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RFC-1036 |
Fullname
ie Verbreitung von Usenetbeiträgen
funktioniert nach dem Prinzip des wechselseitigen Austauschs zwischen den einzelnen Servern.
Dies kann natürlich nur dann reibungslos funktionieren, wenn sich alle Server an bestimmte Regeln halten und alle
Beiträge bestimmte Angaben enthalten, die für die richtige Verteilung und Zuordnung notwendig sind. Wie
Usenetbeiträge technisch auszusehen haben, damit eine reibungslose Distribution gewährleistet ist, wurde im sog.
Rfc 1036
(Request for Comment) festgelegt. Die vom Anwender benutzte Software, der sog.
Newsreader wurde nach den Richtlinien des Rfc 1036 programmiert und
setzt die Eingaben des Anwenders so um, daß der Usenetbeitrag letzlich diesen Regeln entspricht und alle
notwendigen Angaben enthält. (vgl. Kopfzeilen)
Auf der Suche nach Argumenten wurde leider auch der Rfc1036 schon mehrfach herangezogen, um die
Realnameforderung als technische Notwendigkeit darzustellen, denn die Formatierung der From-Zeile hat
nach dem Rfc 1036 so auszusehen:
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2.1. Required Header lines
2.1.1. From
The "From" line contains the electronic mailing address of the person who sent the message, in the Internet syntax.
It may optionally also contain the full name of the person,
in parentheses, after the electronic address.
The electronic address is the same as the entity responsible for originating the message, unless the "Sender"
header is present, in which case the "From" header might not be verified. Note that in all host and domain names,
upper and lower case are considered the same, thus
"mark@cbosgd.ATT.COM",
"mark@cbosgd.att.com" und
"mark@CBosgD.ATt.COm"
are all equivalent.
User names may or may not be case sensitive, for example,
"BillY@cbosgd.ATT.COM" might be different from
"BillY@cbosgd.ATT.COM".
Programs should avoid changing the case of electronic addresses when forwarding news or mail.
RFC-822 specifies that all text in parentheses is to be interpreted
as a comment. It is common in Internet mail to place the full name
of the user in a comment at the end of the "From" line. This standard specifies a more rigid syntax. The
full name is not considered a comment, but an optional part
of the header line. Either the full name is omitted, or it
appears in parentheses after the electronic address of the person posting the message, or it appears before an
electronic address which is enclosed in angle brackets. Thus, the three permissible forms are:
From: mark@cbosgd.ATT.COM
From: mark@cbosgd.ATT.COM (Mark Horton)
From: Mark Horton <mark@cbosgd.ATT.COM>
Full names may contain any printing ASCII characters from
space through tilde, except that they may not contain "(" (left parenthesis), ")" (right parenthesis),
"<" (left angle bracket), or ">" (right angle bracket). Additional restrictions may be placed on
full names by the mailstandard, in particular,
the characters "," (comma), ":" (colon), "@" (at), "!" (bang), "/" (slash), "=" (equal),
and ";" (semicolon) are inadvisable in full names .
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Sie lesen hier die Übersetzung des entsprechenden
Abschnitts des Rfc 1036. full name wurde hier mit "vollständiger Name" übersetzt
und mit gelbem Textmarker hervorgehoben.
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2.1. Erforderliche Kopfzeilen
2.1.1. From
Die From- Zeile enthält die elektronische Adresse des Absenders einer Nachricht im Internet
Format. Sie kann hinter der E-Mail Adresse optional und in Klammern auch den
vollständigen Namen der Person enthalten.
Die elektronische Adresse referenziert den verantwortlichen Absender der Nachricht, es sei denn, es
existiert eine Sender- Kopfzeile. In diesem Fall wird die From- Zeile möglicherweise nicht geprüft.
Beachten Sie, daß Host- und Domainnamen (der Teil nach dem @-Symbol, anm. des Übersetzers)
ungeachtet der Groß- und Kleinschreibung immer dieselbe Adresse referenziert.
So sind folgende Adressen
"mark@cbosgd.ATT.COM",
"mark@cbosgd.att.com" und
"mark@CBosgD.ATt.COm"
alle gleich.
Der Benutzername (der Teil vor dem @-Symbol, anm. des Übersetzers) kann hingegen
je nach Groß- und Kleinschreibung unterschiedliche Nutzer bezeichnen, z.B. kann
"Billy@cbosgd.ATT.COM" einen anderen Nutzer bezeichnen, als
"BillY@cbosgd.ATT.COM".
Programme sollten es daher bei der Beantwortung von News oder E-Mail vermeiden, die
Groß- und Kleinschreibung zu ändern.
RFC-822 legt fest, daß der Text in Rundklammern
als Kommentar zu interpretieren ist. Es ist im Internet-Schriftverkehr üblich, den
vollständigen Namen des Absenders als Kommentar am
Ende der Fom- Zeile einzufügen. Dieser Rfc spezifiziert eine strengere Syntax. Der
vollständige Namen wird nicht als
Kommentar erachtet, ist aber ein optionaler Bestandteil der From- Zeile. Entweder wird der
vollständige Name weggelassen, erscheint
in runden Klammern hinter der E-Mail Adresse des Verfassers oder er steht vor der E-Mail
Adresse, die dann in Spitzklammern eingeschlossen sein muß. Die drei zugelassenen
Möglichkeiten sehen so aus:
From: mark@cbosgd.ATT.COM
From: mark@cbosgd.ATT.COM (Mark Horton)
From: Mark Horton <mark@cbosgd.ATT.COM>
Vollständige Namen dürfen alle
ASCII-Zeichen, außer folgenen Ausnahmen, enthalten: "(" (linke runde Klammer), ")"
(rechte runde Klammer), "<" (linke Spitzlammer), oder ">" (rechte Spitzklammer).
Zusätzliche Einschränkungen können durch bestimmte Mailstandards vorgegeben
sein, insbesondere die Zeichen "," (Komma), ":" (Doppelpunkt), "@" (at), "!" (Ausrufezeichen),
"/" (Schrägstrich), "=" (Gleichzeichen) und ";" (Strichpunkt) werden im Namen nicht empfohlen.
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ie Realnameforderung wird in der laufenden Realnamediskussion nun als technische Notwendigkeit damit
begründet, daß der Rfc 1036 als Namensangabe im From- Header nur den
full name zuläßt. Im Zuge dieser Argumentation wird allerdings
der Begriff full name mit den Begriffen real name
(vgl. Kirchwitz-Netiquette) und dem de-Usenet-spezifischen Begriff
Realname (vgl. wasistrn.htm)
gleichgesetzt und postuliert, ein Pseudonym anstelle des full names bewirke, daß der Artikel technisch
nicht korrekt und damit unzulässig sei.
b allerdings mit full name dasselbe
wie mit real name gemeint ist, darf schon angesichts des abweichenden Begriffes bezweifelt werden. Legte
der Rfc 1036 besonderen Wert auf die Authentizität des im From- Header hinterlegten Namens und
duldete keine Pseudonyme, so wäre die Bezeichnung real name jedenfalls naheliegender gewesen,
wenngleich auch dieser Internetspezifische Begriff schon genügend Raum für Interpretationen
läßt (vgl. Leserbrief). Der eindeutige Beleg, daß
im Sprachgebrauch der Rfc's unter dem full name nicht automatisch der echte Name zu verstehen ist, findet sich
im Rfc 1580 .
Hier heißt es:
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11.4.1
[...]
The optional full-name parameter allows you to give a
name by which you want to be known on a mailing list. If specified, it should be your full, real name
(at least your first name and last name) and not your e-mail address.
Übersetzt
Der optional anzugebende vollständige Name
erlaubt Ihnen, den Namen anzugeben, unter dem Sie in den Mailing-Listen bekannt sein möchten. Falls
angegeben, sollte dies der real name sein (mindestens Vor- und Zuname) und nicht die E-Mail Adresse.
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Hier ist sehr deutlich dargelegt, daß unter dem full name in der Sprachregelung der Rfc's nicht
automatisch der real name zu verstehen ist, denn der Rfc spricht hier lediglich davon, daß der
full name, falls er angegeben wird, der real name sein sollte .
Diese Empfehlung schließt ein Pseudonym als full name also keineswegs aus. Einen deutlicheren Beweis,
daß der full name nicht dasselbe wie der real name ist, kann es kaum geben. Darüberhinaus
spezifiert der Rfc 1580 den full name hier als den Namen, unter dem der Nutzer im Medium
bekannt sein möchte .
eil der Rfc 1036 es versäumt,
eine Begriffsbestimmung mitzuliefern, was denn unter dem full name zu verstehen sei, läßt er
natürlich Raum für Interpretationen. Und so ist es zumindest verständlich, wenn einige Verfechter
des Realnames versuchen, den Rfc 1036 für die eigene Argumentation zu instrumentalisieren, indem sie
full name mit real name bzw. Realname gleichsetzen. Eine unzulässige Gleichsetzung, wie wir
oben festgestellt haben. Der Wahrheit wird man aber wohl nur näher kommen, wenn man versucht, die Funktion
des Rfc 1036 und seine Zielgruppe aufzuschlüsseln:
Was ist der Rfc 1036
er Rfc 1036 ist eine technische Dokumentation
und keine moralische Instanz. Demnach interessiert er sich nicht für die sozialen Angelegenheiten der Nutzer untereinander.
Er beschreibt lediglich, wie Newsbeiträge aufgebaut sein müssen, damit sie reibungslos versendet und verteilt werden
können. Da kein Newsserver die Authentizität eines Namens überprüfen kann, ist die Echtheit einer
Namensangabe weder technische Voraussetzung, noch könnte sie von einem technischen Dokument überhaupt
gefordert werden. Ein moralischer Fingerzeig wäre in einem solchen Dokument daher völlig deplaziert und läßt
eine entsprechende Interpretaion als sehr fraglich erscheinen, zumal die Forderung nach einer wahrheitsgemäßen Angabe
des Namens mit nationalen Gesetzen kollidiert und damit ohnehin gegenstandslos wäre.
An wen richtet sich der Rfc 1036
er Rfc 1036 richtet sich in seiner Eigenschaft als technisches Dokument in erster Linie an die Administratoren
von Newsservern und an die Programmierer. Erstere können anhand des Rfc 1036 die Software des Servers
entsprechend konfigurieren, während die Programmierer von Newsreadern dafür zu sorgen haben, daß
alle erforderliche Angaben auf der Oberfläche des Programms abgefragt und die Benutzereingaben des
Anwenders in technisch korrekte Newsbeiträge umgesetzt werden.
Zielgruppe des Rfc 1036 ist nicht unbedingt der Endanwender, auch wenn diesen freilich niemand
an der Lektüre hindert. Ein Appell an die Ehrlichkeit des Endanwenders wäre also schon wegen
der falschen Zielgruppe hier fehl am Platz.
Ein sicheres Indiz übrigens, daß in erster Linie Programmierer und Administratoren vom Rfc 1036
angesprochen werden, findet sich schon in dem kurzen, hier zitierten Abschnitt 2.1.1, wo es heißt:
Programme sollten es daher bei der Beantwortung von
News oder E-Mail vermeiden, die Groß- und Kleinschreibung zu ändern.
Richtete sich der Rfc 1036 an den Endanwender, wäre dieser Hinweis natürlich unsinnig, da dieser auf
interne Funktionen seines Newsreaders keinen Einfluß hat.
Als Beispiel soll hier die StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung) dienen, die sich in erster
Linie an die Fahrzeughersteller richtet und nicht an den Kunden (es sei denn, dieser würde sein
Fahrzeug technisch verändern wollen). In der StVZO ist z.B. geregelt, wie die Lichtanlage
eines Kraftfahrzeugs technisch auszusehen hat, sie schweigt sich aber über den verantwortungsvollen
Umgang mit ihr aus, weil die Verkehrserziehung sowenig die Aufgabe der StVZO ist, wie es nicht Aufgabe
des Rfc 1036 ist, den Anwender zur Ehrlichkeit zu erziehen.
Wozu dient der From-Header
er wohl wichtigste Aspekt ergibt sich aus der
Frage, wozu der From-Header überhaupt da ist. Wie wir dem entsprechenden Abschnitt 2.1.1. des Rfc 1036
entnehmen konnten, ist die E-Mail Adresse des Absenders immer Bestandteil des
From-Headers, während der Name eine optionale Angabe ist. Zweck des From-Headers ist es also in erster Linie,
dem Leser die persönliche Kontaktaufnahme per E-Mail zu ermöglichen.
In persönlichen Nachrichten ist aber üblich, den Angesprochenen mit einer Grußformel, idealerweise
natürlich mit seinem Namen, anzusprechen. Deshalb sehen sowohl der
Rfc 2822
(ersetzt Rfc 822), als auch der Rfc 1036 vor, daß ein Absender optional eine Angabe dazu macht, wie er
angesprochen werden möchte und spricht vom full name, was als Hinweis an die Programmierer
zu werten ist, daß hier auch längere Einträge möglich sind. Natürlich
kann es sich bei dieser Angabe um den wirklichen Namen handeln.
Wir vergegenwärtigen uns aber, daß kein Leser das Recht auf eine Identitätsfeststellung hat. Die
optionale Angabe des full names gemäß dem Rfc 1036 kann daher immer nur den Namen meinen,
den der Absender als Netzidentität benutzen möchte und mit dem er angesprochen werden möchte.
Die Idee, in den Rfc 1036 eine Realnamepflicht oder gar eine technische Notwendigkeit
hineinzuinterpretieren, darf als argumentative Sackgasse gewertet werden.
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