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Es findet sich wohl kaum eine Gruppe im deutschsprachigen Usenet, in der die Diskussion noch nicht entbrannt ist.
Und ein Ende ist nicht in Sicht. Und obwohl man glauben sollte, daß längst alle Argumente Für und
Wieder ausgetauscht sind, wird sie munter weiter diskutiert:
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W. Wacker |
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Sowiso |
Wenn wir ehrlich sind, dann tut der Name ohnehin nichts zur Sache, denn nichts von dem was im Usenet besprochen oder diskutiert wird, ist von Belang. Es werden keine Entscheidungen getroffen, keine Gesetze verabschiedet, keine Strafurteile gefällt und keine Verträge gemacht. Wir tauschen nur Meinungen und Informationen aus. Nicht weniger - aber auch nicht mehr! Für mich ist es deshalb auch nicht wichtig, ob der Fragesteller, der Probleme mit den Algen in seinem Aquarium hat mit bürgerlichem Namen Michael Schwarz oder Martin Weiß heißt. Ich kann es ja sowiso nicht nachprüfen und Ausweiskontrollen gibt es im Usenet - Gott sei dank - auch noch nicht. Für mich ist wichtig, daß er ein Aquarium hat und einen Rat sucht, wie er seine Algen darin los wird. Wer über Wochen, Monate oder Jahre hinaus Meinungen und Erfahrungen mit jemandem austauscht, erkennt sein Gegenüber auch an dessen Namen, gleich ob falsch oder echt, wieder. Man erkennnt außerdem den Schreibstiel, den Charakter und Details - die er oder sie offenbarte - wieder. Man nennt das auch sich einen Namen machen . Das Pseudonym wird so unverwechselbar zum eigentlichen Namen wie das von prominenten Psersönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit unter Pseudonymen auftreten. Diese prominenten Menschen würden wir unter ihrem bürgerlichen Namen überhaupt nicht zuordnen können. Ein Beleg dafür, daß die Forderung nach standesamtlich eingetragenen Namen im Usenet absolut realitätsfern ist, jeder Grundlage entbehrt und für die Widererkennung ohne Bedeutung ist. |
Kirchwitz-Netiquette |
In der Mailboxszene und bei einigen Internet-Anbietern verbergen die Nutzer ihre wahre Identität hinter einem Pseudonym und schreiben manchmal Dinge, die sie sich sonst nicht erlaubt hätten. Aufgrund der negativen Erfahrungen, die viele Leute im Netz mit den Trägern solcher Pseudonyme gemacht haben, sollten Sie Ihre Artikel mit Ihrem wirklichen Namen ("real name") versehen. Die Kirchwitz-Netiquette warnt also davor, daß es Menschen gibt, die schlechte Erfahrungen mit pseudonymen Absendern gemacht haben und Vorurteile haben. Und sie gibt den Rat, sich diesen Vorurteilen gar nicht erst auszusetzen, indem man seinen wirklichen Namen benutzt. Leider scheint es auch Leute zu geben, die die Kirchwitz-Netiquette nur unzureichend gelesen haben und denken, bereits das Pseudonym und nicht das mißbräuchliche Verwenden desselben, wäre der Stein des Anstoßes und gehöre angeprangert. Wenn nun also stets die Rede davon ist, es sei unhöflich, entgegen den Empfehlungen der Kirchwitz-Netiquette keinen Realname zu benutzen, so trifft das bei objektiver Betrachtung keinesfalls zu, da die Nichteinhaltung der Empfehlung niemanden sonst, als den Absender einer Nachricht selbst beeinträchtigt. Das Paradoxe daran: Der pseudonyme Poster braucht die Vorurteile (schlechtes Benehmen) gar nicht zu bestätigen, um bereits als Störer wahrgenommen und angeprangert zu werden. Siehe dazu auch: Kirchwitz-Netiquette <> Realname |
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Bezeichnung |
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Grundrecht |
Für das Usenet gilt: Es gibt überhaupt keinen Anlaß, jemanden aufzufordern, dieses elementare Grundrecht aufzugeben, da es für den Gedanken-, Meinungs- und Erfahrungsaustausch im Usenet nicht erforderlich ist, die standesamtlich eigentragenen Daten des jeweils anderen zu kennen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der
Informationstechnik Eine zwingende Vorschrift den Namen zu nennen existiert ohnehin nicht und hätte juristisch wohl auch keinen Bestand. (siehe: rechtliche Grundlagen). Das oftmals vorgebrachte Argument, man sei ja nicht gezwungen das Usenet zu nutzen und könne es ja meiden, wenn man seinen Namen nicht angeben möchte, ist eine gern gebrauchte Gegenrede, wenn jemand mit der Verletzung der Selbstbestimmung argumentiert. Aber das Usenet ist ein öffentliches und freizügiges Medium, dessen Inanspruchname heute so selbstverständlich ist, wie das Telefonieren oder Briefe zu schreiben. Niemand braucht sich dem Usenet fernzuhalten und auf dessen Vorteile zu verzichten, nur weil es einige Fanatiker gibt, die fernab jeden Bezugs zur Realität die Angabe der wahren Identität fordern. Im Gegenzug hindert die Wahrnehmung dieses Grundrechts die anderen Usenetteilnehmer, speziell die, welche die schon angesprochenen Vorurteile kultivieren, natürlich nicht daran, ihrerseits das Recht für sich in Anspruch zu nehmen, mit pseudonymen Schreibern nicht zu kommunizieren. (Leider belassen sie es nicht dabei!) Aber bevor man jemand zur Angabe seines richtigen Namens auffordert, sollte man sich darüber im Klaren sein, daß diese Aufforderung zwar nur eine Bitte ist: Je bestimmter aber diese Bitte vorgetragen wird, desto mehr sieht sich der Diskussionspartner genötigt . Und Nötigung ist kein Spaß! |
Danke |
Nachfolgend finden Sie noch ein paar Gedanken zu diesem Thema: |
Warum |
Diese Ansicht vertrete ich übrigens auch heute noch Andere waren und sind da wohl aber anderer Meinung und so kam, was kommen mußte, man lud mich nach de.soc.netzkultur.umgangsformen ein, wo sich eine fast unendliche Diskussion entwickelte. Und obwohl ich glaubte, gute Argumente zu haben, hatte ich doch keine Chance. Die Meinungen und Ansichten sind in dieser Frage wie betoniert. Man warf mich mit jenen Usern in einen Topf, die unter Pseudonymen am Usenet teilnehmen. Das habe ich bis heute nicht verstanden, denn was hat ein abgekürzter Name schon mit einem Pseudonym zu tun, außer vielleicht, daß der schlecht eingestellte Filter eines Newsclients diesen abgekürzten Namen nicht von einem Pseudonym unterscheiden kann? Aber das ist eine dumme Maschine. Für jeden normal denkenden Menschen dürfte doch aber der Unterschied zwischen Pseudonym und Namensabkürzung ersichtlich sein, so glaubte ich jedenfalls.
Aber da man mich nun mal als Pseudo beschimpfte und es nicht gelten ließ, daß ein abgekürzter Name auch ein realer Name ist, mußte ich fast zwangläufig die Erkenntnis gewinnen, daß manche Regulars einfach viel zu streng - um nicht zu sagen: intolerant - und mit Vorurteilen behaftet sind.
Auf diese Seite konnte ich mich also, nachdem ich mein Gewissen befragt hatte, nicht schlagen. Und da man mich ja nun schon mal in die Pseudo-Ecke gestellt hatte, gefiel es mir dort eigentlich gar nicht so schlecht und blieb in der Schublade. Jedenfalls schien diese Personengruppe wesentlich liberaler und toleranter zu sein. Zudem setzte ich mich angesichts dieser Erlebnisse natürlich auch viel intensiver mit dem Thema Realname und Kirchwitz-Netiquette in de*.All auseinander und kam irgendwann zu dem Schluß, daß es eine Frage der persönlichen Umstände und damit eine Privatangelegenheit ist, ob man den Realname benutzt oder nicht. So kommt es, daß ich zwar unter meinem realen Namen schreibe, aufgrund langer Überlegungen und Erfahrungen aber für die Freizügigkeit in dieser Frage plädiere und mit der gleichen Penetranz und Hartnäckigkeit Toleranz gegenüber den pseudonymen Schreibern einfordere, wie die Opposition den Realname einzufordern versucht. |
Dafür |
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Dagegen |
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Nanu |
Sicher ist es grundsätzlich gut und zeugt von Selbstbewußtsein, wenn man mit seinem wirklichen Namen zu seiner Aussage steht. Allerdings gibt es auch Meinungen, die in unserer Gesellschaft einfach unpopulär sind. Trotzdem gibt es diese Meinungen und sie müssen auch geäußert werden, weil sie Bestandteil unserer Gesellschaft sind und wir uns damit auseinanderzusetzen haben. Das Argument, daß jemand schweigen möge, der nicht das Kreuz hat, zu seiner Meinung mit Namen zu stehen, ist gefährlich. Denn die Meinung ist nicht aus der Welt nur weil sie verschwiegen wird. Sie brodelt im Verborgenen weiter. Vielleicht sind es die ehrlich geäußerten Meinungen einiger pseudonymer Schreiber, die zu den bereits angesprochenen Vorurteilen geführt haben. Sollte man aber nicht froh sein, daß auch diese ungeliebten Meinungen den Weg an die Öffentlichkeit finden, wo sie zum Wohl der Gesellschaft diskutiert, debattiert und u.U. entschärft werden können? Oder möchte man wirklich, daß unpopuläre Meinungen und Ansichten gleich einer Zensur aus dem Usenet verschwinden und das Usenet zu einer der Realität entrückten Scheinwelt verkommt, in der jeder aufgrund gruppendynamischer Zwänge nur das sagt, was er im Hinblick auf seine Reputation für vertretbar oder populär hält? Während manche Realname-Hardliner pauschal behaupten, Pseudonymbenutzer würden erfahrungsgemäß nur Blödsinn schreiben, möchte ich behaupten, daß gerade diese Personengruppe aufgrund ihrer faktischen Aononymität kein Blatt vor den Mund nimmt und damit einen Tick ehrlicher ist. Wer hingegen mit seinem echten Namen auftritt, wird garantiert nicht immer ehrlich sein und das einzig ehrliche ist vielleicht der Name. Wer positiv denkt, seinen Mitmenschen vertraut und eine populäre Meinung vertritt, der tut sich natürlich leicht, seinen echten Namen unter seine Äußerungen zu setzen. Aber was ist mit den Menschen, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, die vorsichtig oder ängstlich sind? Oder Menschen, die eine Ansicht vertreten, die sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen, sozialen oder beruflichen Position gar nicht haben dürften? Soll man denen ernsthaft den Gebrauch dieses Mediums verbieten? Nein! Und ist so viel Vertrauensvorschuß, seinen eigenen Namen weltweit zu veröffentlichen angesichts der rasant wachsenden Teilnehmerzahl im Usenet, der jahrelangen Speicherung jeder Äußerung mit allen damit verbundenen Unabwägbarkeiten überhaupt gerechtfertigt? (Siehe FAQ Frage 7). Hat sich das Usenet nicht längst zu einem Massenmedium gewandelt? Darf man vor diesem Hintergrund denen, die das selbstverständliche Recht der informationellen Selbstbestimmung in Anspruch nehmen, dies ankreiden? Wenngleich man Chatrooms oder ICQ und ähnliches nicht mit dem Usenet vergleichen kann: Niemand käme dort auf die Idee Realnames zu fordern - und das aus gutem Grund. Warum sollte man im Usenet an dieser realitätsfremden Tradition festhalten, wenn sich die Umstände grundlegend geändert haben:
Nun heißt es von Seiten der Realnamebefürwortung ständig, es wären die Pseudos, die das Usenet gefährden, dabei sind die doch ganz friedlich, solange man sie nicht bekehren will. Nein ich denke eher, daß es die intoleranten, konservativen Regulars sind, die den guten alten Zeiten nachhängen, anstatt sich den wandelnden Umständen anzupassen. |
Adressat |
Jeder, der sich von der Nachricht angesprochen fühlt, kann sie aufgreifen und macht sich damit aus freien Stücken zum Empfänger. Es ist schwer nachzuvollziehen, daß es Menschen gibt, die sich nun an den freiwillig wahrgenommenen Absender wenden, um ihm mitzuteilen, daß sie ihn nicht wahrnehmen wollen. Ein solches Verhalten wäre nachzuvollziehen, würde die Nachricht anstößige, verbotene oder beleidigende Inhalte haben. Aber ein Pseudonym anzuprangern, obwohl man noch nicht einmal persönlich angesprochen wurde, käme dem Anprangern einer ungeliebten Farbe des Zettels am schwarzen Brett gleich: Anstatt den Zettel einfach zu ignorieren, wird ein Streit darum entfacht. Die Unbestimmtheit des Adressaten einer Nachricht birgt noch andere Aspekte in sich, die gegen die Angabe des Realnames sprechen. Der wohl wichtigste ist, daß der Absender gar nicht weiß, wieviele Menschen seine Nachricht, die ja persönliche Informationen enthält, lesen und diese Informationen ge- oder mißbrauchen. Unter Umständen wird die Nachricht von vielen tausend Leuten gelesen und sie alle bleiben gegenüber dem Absender der Nachricht anonym. Man sollte denken, daß das angesichts unbedeutender Inhalte keine Rolle spielt. Bei näherer Betrachtung allerdings merkt man, daß z.B. schon die beiläufige Äußerung, man beabsichtige, für vier Wochen einen Auslandsurlaub zu machen, für einen Kriminellen ein willkommener Tip sein kann. Daß schon die unscheinbarsten Informationen für destruktive oder gar kriminelle Zwecke mißbraucht werden können, steht außer Frage. Man mag diese Befürchtungen als Hysterie oder Paranoia abtun und sich selbst darüber keine Gedanken machen. Man muß aber zumindest die notwendige Toleranz aufbringen, um die Menschen zu verstehen, die diese, keineswegs unbegründeten(!) Befürchtungen haben und sich mit dem Mindestschutz einer pseudonymen Identität dagegen absichern möchten. |
Der Punk |
Diese Haltung zeigt sich in den üblichen Realnamediskussionen immer wieder an diversen Beispielen
aus dem realen Leben: Da wird der Pseudo regelmäßig als Punk oder Rocker
dargestellt, der ein nobles Restaurant betritt. Er stinkt aus dem Mund, trägt verschmutzte Klamotten, trinkt
billiges Bier, hat einen offenen Hosenladen und rülpst am Tisch. Aber das ist natürlich ein absolutes Zerrbild: Weder ist das Usenet ein nobles First class Restaurant, noch sind die Pseudos stinkende Hunde. Ebensowenig sind alle Realnamebenutzer Edelmänner in Nadelstreifenanzügen. Im Gegenteil gibt es Usenetteilnehmer, die unter einem Realname schreiben und von denen bekannt ist, daß sie rechtskräftig wegen Beleidigungen im Usenet verurteilt wurden, während sich viele Pseudos geradezu vorbildlich verhalten. Man sollte also, wenn man schon Beispiele bemühen möchte, das Usenet als das betrachten, was es ist: Die Fußgängerzone in einer großen Stadt, wo sich die unterschiedlichsten Menschen tummeln. Man kann es sich aussuchen, mit wem man sich unterhält und mit wem nicht. Dabei gibt es keinen Grund jemandem ungefragt mitzuteilen, warum man sich nicht mit ihm unterhalten möchte, oder was an ihm mißfällt. Würde man das in der Fußgängerzone tun, gäbe es wohl Mord und Totschlag. Bei all' diesen - ohnehin hinkenden - Beispielen fehlt es den Hinweisern häufig an Differenzierungsvermögen. Mag es im realen Leben in Ordnung sein, jemanden auf einen offenen Hosenladen aufmerksam zu machen, denn der ist ja erstens nicht absichtlich offen und zweitens erspart man dem Hingewiesenen eine Peinlichkeit. Mit den blau gefärbten Haaren ist das etwas anderes: Die hat sich der Punk schließlich absichtlich gefärbt und es wäre schlicht unhöflich ihm ungefragt mitzuteilen, daß man diese blauen Haare nicht mag. Und hier kommt jetzt die Kirchwitz-Netiquette wieder ins Spiel. Weil man eineseits genau wußte, daß man niemanden zwingen kann, seinen echten Namen anzugeben, andererseits aber unbedingt an der Realnametradition festhalten wollte, mußte man eine Möglichkeit finden, trotzdem eine Handhabe gegen die Benutzer von Pseudonymen zu finden. Also deklarierte man die Einhaltung der Kirchwitz-Netiquette als Höflich , was unglücklicherweise einige Zeitgenossen dazu verleitet, ungeachtet des tatsächlichen Inhalts der Kirchwitz-Netiquette den unrichtigen Umkehrschluß zu ziehen, daß jeder der seinen Realnamen entgegen der Kirchwitz-Netiquette nicht angibt automatisch unhöflich sei. Siehe dazu auch: Kirchwitz-Netiquette <> Realname Weshalb wird nun ein Pseudonym so negativ gesehen, daß man den pseudonymen Schreiber seitens der Realnameeinfordernden stets mit negativen Eigenschaften verbindet?
Man argumentiert, es sei eine gewachsene Kultur, eine Tradition, Sitte oder Brauch, in de.all mit dem Realname zu schreiben.
Diese Argumentation hat ihren Fehler darin, daß diese Tradition den geltenden Gesetzen wie Datenschutz und
informationeller Selbstbestimmung, die zweifellos schwerer wiegen ,
entgegensteht und die Intention des Datenschutzes unterminiert. Pseudos sind oft ehrlicher und aufrichtiger als die Realnamebenutzer: Indem sie klar erkennbare Pseudonyme benutzen offenbaren sie unverblümt ihren Standpunkt. Und alleine schon die Tatsache daß sie ein Pseudonym benutzen, welches sich ja nicht automatisch in die Konfigurationsdatei des Newsreaders schreibt, sollte jedem klar machen, daß sie sich mit diesem Thema befaßt haben und eine Entscheidung für sich getroffen haben, die ohne Diskussion respektiert werden sollte. Und sie sind friedlich. Jedenfalls ist mir bis heute kein Fall bekannt geworden, in dem ein Pseudo einen Realnamebenutzer wegen der Verwendung seines Realnames angepflaumt hat. In der entgegengesetzten Richtung ist das hingegen leider alltäglich. |
Anonym |
Man argumentiert, daß ein Pseudonym keinen Schutz biete und man deshalb ja gleich den Realname benutzen könne. Das ist, als ob man sagte:
Tatsache ist, daß jedes Pseudonym, auch jenes, bei welchem alles bedacht wurde, mit kriminellen Mitteln aufgedeckt werden kann. Die absolute Sicherheit gibt es nie und nirgends. Soweit stimmen die Argumente der Realnamebefürworter. Tatsache ist aber auch, daß ein gut durchdachtes Pseudonym keine unmittelbar auswertbare Information im Header der Nachricht trägt und somit einen guten Grundschutz bietet. Die sogenannte IP-Adresse birgt insofern ein Restrisiko in sich, als sie Aufschluß über den Provider gibt, über den die Nachricht ins Netzt geleitet wurde. Sie sagt aber nichts über die Identität des Absenders. Wer unter einem Pseudonym schreibt, ist auch für den Fall recht gut geschützt, daß ein anderer (z.B. der Arbeitgeber oder der streitsüchtige Nachbar) im Usenet versucht, Informationen über die betreffende Person zu finden. Kennt er das Pseudonym nicht, unter dem der Gesuchte schreibt und sucht unter dem richtigen Namen, wird er mit Sicherheit nichts finden. Bereits dieser Schutz ist ein gutes Argument für das Verwenden eines Pseudonyms. Daß selbst dieser offensichtliche Vorteil von den Gegnern der Pseudonymität stets unterschlagen und bei Konfrontation sogar bestritten wird, wirft kein gutes Licht auf die Objektivität der Traditionalisten. Daß man von den Strafverfolgungsbehörden trotzdem noch ausfindig gemacht werden kann, unterscheidet den pseudonymen Schreiber nicht vom Realnamebenutzer. Schon aus diesem Grund ist die häufig vorgetragene Behauptung, daß die Pseudos sich der Last zu dem Gesagten mit Namen stehen zu müssen entziehen, gegenstandslos. Zumindest in strafrechtlich relevanten Angelegenheiten kann auch der Pseudo zur Verantwortung gezogen werden, da die Ermittlungsbehörden Zugriff auf die Protokollierungsdateien (Logfiles) der Provider nehmen dürfen. In diesen Logfiles wird unter anderem gespeichert, welche Telefonnummer, mit welchen Einwahldaten (Passwort und Benutzerkennung) zu welchem Zeitpunkt welche IP-Adresse zugeteilt bekam. Es braucht also niemand eine Ungleichbehandlung zu befürchten. |
Hinweiser |
Macht man die Hinweiser in der oft nachfolgenden Diskussion auf diesen Umstand aufmerksam, indem man die Feststellung trifft, daß ihr Verstoß gegen die Kirchwitz-Netiquette unhöflich sei, dann passiert etwas Erstaunliches: Dann nimmt man seitens der Hinweiser ganz unverblümt das Recht für sich in Anspruch unhöflich sein zu dürfen, indem man argumentiert: Höflichkeit ist wünschenswert, aber optional . Ich habe mich seit der oben benannten Diskussion für einige Monate im Hintergrund gehalten und stillschweigend einfach nur mal beobachtet, wie diese Diskussionen denn eigentlich entstehen und wie sie sich entwickeln. Mein Ergebnis: Diese Hinweise führen nur sehr selten zu dem Ergebnis, wesentwegen sie gegeben wurden. Meist endet die Diskussion im Streit, wobei keine Seite wirklich gewillt zu sein scheint, gute Argumente anzuerkennen. Das erkennt man spätestens bei der nächsten Realnamediskussion, wenn die bereits widerlegten Argumente von denselben Leuten erneut vorgebracht werden. Die eigentlichen Störenfriede sind also nicht die Pseudonymbenutzer, sondern die öffentlichen Hinweiser, die den Streit - meist unter dem Vorwand, einen Newbie auf den rechten Weg bringen zu wollen provozieren .
Bezeichnenderweise fehlt den Hinweisern meist jede Einsicht, daß es ihr Hinweis war, der die Diskussion oder gar den Streit auslöste. Im Gegenteil: Sie besitzen meist noch die Dreistigkeit zu behaupten, daß ihr freundlicher Hinweis ja nur gut gemeint gewesen sei und dem Angeprangerten habe helfen sollen, während der böse Pseudonymverwender völlig unerwartet überreagiert habe.
Man darf jedoch davon ausgehen, daß die meisten Hinweiser erfahrene Regulars sind, die sehr wohl die verschiedenen
Reaktionen kennen und durchaus auch den offenen Streit einkalkulieren. Der öffentliche Hinweis als Köder in einer
Inszenierung, in deren zweiten Akt man wieder mal belegen kann, wie böse doch die Pseudos sind. Mittlerweile bin ich
zu dem Ergebnis gekommen, daß ein Großteil der Hinweiser tatsächlich dieses Ziel verfolgt, nämlich
die Personengruppe der pseudonymen Schreiber zu provozieren, um anhand der zu erwartenden Gegenwehr den
öffentlichen Beweis zu führen, daß die in der Kirchwitz-Netiquette angesprochenen Vorurteile keine solchen sind. Nun sollte man sich natürlich auch mal die Frage stellen, warum manche Pseudos so genervt reagieren: Einer der Gründe, warum öffentliche Hinweise oft als Provokation und Ärgernis verstanden werden ist u.a. darin zu suchen, daß derlei Hinweise oft schon beim ersten Zusammentreffen zweier Menschen und dann auch noch in aller Öffentlichkeit erfolgen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Hinweis beiläufig in eine Sachantwort eingestreut wird, oder ob er als alleinige Antwort erfolgt. Da der Hinweis zum Inhalt hat, daß eine bestimmte Erwartung nicht erfüllt wurde, wird er als Kritik wahrgenommen. Das wäre im wahren Leben beinahe undenkbar und führte wohl zum sofortigen Abbruch weiterer Beziehungen . Man stelle sich vor, daß man von einer zufälligen Straßenbekanntschaft schon bei der ersten Begegnung kritisiert würde und weitere Kontakte an Formalien oder Äußerlichkeiten wie Haarschnitt, Deodorant, Sprache, Ausdrucksweise, Vorlage des Personalausweises etc. geknüpft würden... Würden die Hinweiser, die ja die Höflichkeit des Realnames einfordern selbst über ein gewisses Mindestmaß an Höflichkeitsempfinden verfügen, müßten sie eigentlich zu dem Schluß kommen, daß es höflicher wäre, sein Gegenüber erst einmal ein wenig kennenzulernen, ehe man sich überhaupt das Recht einer Kritik herausnimmt. Erst dann kann man auch Beurteilen, ob man
Bringt man dieses Höflichkeitsdefizit auf Seiten der Hinweiser zur Sprache, erhält man oft zur Antwort, daß Höflichkeit im Usenet eben anders definiert werde als im realen Leben (und ja sowiso optional sei). Diese schizophrene Haltung in Sachen Höflichkeit macht sachliche Diskussionen fast unmöglich. Einerseits wird die Angabe des Realnames als Ausdruck von Höflichkeit verstanden und deshalb auch mit allen Mitteln eingefordert, andererseits fehlt es offensichtlich demselben Personenkreis an jeglichem Feingefühl im Umgang mit Menschen. Dabei läßt sich dieses Argument, wonach die Höflickeitsformen im Usenet eben andere als im richtigen Leben seien leicht mit der Kirchwitz-Netiquette wiederlegen. Dort steht: Vergessen Sie niemals, daß auf der anderen Seite ein Mensch sitzt! Wer sich an den sogenannten Pseudos stört, kann sie entweder problemlos in den Filter tun oder eine persönliche Mail schicken. Öffentliche Debatten stören nicht nur massiv den Frieden im Usenet, sondern sind in fast jeder Gruppe schlicht OT, was BTW auch gegen die Kirchwitz-Netiquette verstößt. |
Bitte |
Wenn Sie bis hierher gelesen haben - Danke!
Ich könnte mir nun angesichts meines Outings vorstellen, daß ich fortan im Usenet keinen Fuß mehr auf den Boden bekomme und Monologe führe, weil ich in irgendwelchen Listen weitergereicht werde und keine Antworten mehr bekomme. Deshalb habe ich auch überlegt, ob ich so eine Seite überhaupt ins Netz stellen soll. Aber das ist nun mal meine Meinung und dazu stehe ich auch. In diesem Fall sogar mit meinem echten Namen. Meine Bitte an die Usenet' ler wäre jedenfalls zum Schluß, daß man die Realnamefrage künftig etwas gelassener und toleranter sehen würde und Hinweise - so man sie überhaupt als nötig betrachtet - als persönliche E-Mail erledigt. Ganz so, wie es die Kirchwitz-Netiquette empfiehlt. Das wäre schön |
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In diesem Sinne erlaube ich mir, diese Seite mit einem zufällig passenden Zitat zu beenden und hoffe, daß sich niemand durch meine Meinung gestört oder gar verletzt sieht. Wer sich dennoch über meine Ansichten so echauffiert, daß er meint, mich deshalb künftig ignorieren oder gar in "schwarzen Listen" führen zu müssen, der soll das tun. Gerne lese ich auch Ihre . Glaube nicht, es muß so sein, weil es so ist und immer so war. Hedwig Dohm. |
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