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Paranoia
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(griechisch: Torheit, Wahnsinn), Geistesstörung, die durch die Ausbildung eines ausgeprägten
und komplexen, zumeist in sich stimmigen Wahnsystems gekennzeichnet ist. Beispiele für solche
Wahnsysteme sind Größen- oder Verfolgungswahn.
Sigmund Freud verstand die Paranoia gegen Ende der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts als
geistige Störung, deren Hauptsymptom ein stark ausgeprägtes Misstrauen ist; eine paranoide
Person glaubt z. B., dass andere darauf aus sind, sie zu töten. Ist ein Patient an paranoider Schizophrenie
erkrankt, kann er darüber hinaus auch Halluzinationen haben, in denen ihm beispielsweise berühmte
historische oder mythologische Personen erscheinen und ihm Botschaften übermitteln. Diese bestehen
nicht selten in folgenschweren Aufträgen, die gewalttätiges Vorgehen gegen andere Menschen
(vor allem aus dem persönlichen Umfeld des Erkrankten) beinhalten und diese in Lebensgefahr bringen
können.
Die Behandlung paranoider Störungen erweist sich als schwierig, da dem in seinem Wahnsystem
Gefangenen gewöhnlich die Krankheitseinsicht fehlt und er psychotherapeutischen wie
medikamentösen Maßnahmen nur sehr begrenzt zugänglich ist. Nicht wenige der
Patienten enden daher in den geschlossenen Abteilungen psychiatrischer Anstalten.
ie können beruhigt sein: Wenn
Sie im Usenet ein Pseudonym benutzen, sind Sie weder geistig gestört, noch krank, sondern einfach nur
vorsichtig. Anonymität in öffentlichen Datennetzen ist eine adäquate und völlig legitime
Schutzmaßnahme. Dazu der Landesbeauftrage für Datenschutz in Bremen:
Wenn Sie sich häufiger an Diskussionen in Newsgruppen, Foren oder auf
Mailinglisten beteiligen, haben Sie noch andere gute Gründe anonym bleiben zu wollen. Sicher, Ihre Meinung ist Ihre
Meinung, aber zu bestimmten Themen würden Sie diese möglicherweise im beruflichen Umfeld anders äußern
als im privaten. Außerdem kann sich diese ja auch ändern. Newsserver z. B. speichern diese jedoch schwarz auf
weiß und haben ein langes Gedächtnis. Wer derartig gespeicherte Äußerungen mitverfolgen kann, ist nahe
an der Gedankenwelt des Verfassers. Und wer möchte schon, dass Polizei, Justiz, Industrie etc. uns im Internet auf
Schritt und Tritt verfolgen und ihre Schlüsse ziehen können.
Quelle:
<
www.datenschutz-bremen.de>
ollten Sie sich jedoch auf Diskussionen über
Realnames, über den Schutz der Privatsphäre oder über Datenschutz einlassen, werden Sie früher
oder später mit dem Vorwurf konfrontiert werden, unter Paranoia zu leiden. Grund genug, einmal zu beleuchten,
ob Vorsicht überhaupt geboten ist und welche Folgen das Veröffentlichen persönlicher Informationen
bei gleichzeitiger Bekanntgabe personenbezogener Daten im Usenet haben kann.
Die amerikanische Buchautorin und Datenhändlerin Carole A. Lane schrieb
provokativ in Ihrem Buch Naked in Cyberspace:
Innerhalb weniger Stunden vor meinem Computer,
ausgehend nur von ihrem Namen und Ihrer Adresse, kann ich alles herausfinden über Ihre
Arbeit, sowie die Namen und das Alter Ihres Lebensgefährten und Kinder, über Ihr
Auto, den Wert Ihres Hauses und wieviel Steuern Sie dafür bezahlen. Aus all dem kann
ich präzise Rückschlüsse auf Ihr Einkommen ziehen. Ich kann das längst
vergessene Problem mit Drogen an der Universität wieder ausgraben. Ist Ihr Name
ungewöhnlich genug, kann ich all dies sogar, ohne Ihre Adresse zu kennen
In den USA werden gewerbsmäßige
Look Up Dienste
( Beispiel
) angeboten, die das Internet gezielt nach Informationen zu
bestimmten Personen durchkämmen. Bei einer Stichprobe ließ sich auf diese Weise eine detaillierte
Biographie zu einer zufällig ausgewählten Person zusammenstellen. Neben Anschrift, Telefonnummer,
Geburts- und Ausbildungsort enthielt das Suchergebnis Angaben zu Beruf und gegenwärtigem Arbeitsplatz
und gab Aufschluß über Interesse an Amateurtheater, bevorzugte Biersorte, bevorzugte Restaurants
und Ferienziele sowie über Ansichten bezüglich verschiedener Themen wie Bill Gates und den sozial
repressiven Staat Indiana. Viele Informationen ließen sich aus Newsgroups gewinnen, an der die betreffende
Person teilgenommen hatte. Wer sich diese Dienstleistungen nicht leisten kann oder will, findet im Handel
Softwareprodukte , die ähnliches versprechen.
(Siehe auch:
Auf Datenjagd: Der gläserne Mensch
lokale Datei)
Geht das auch in Deutschland?
Sicher (noch) nicht in dem Ausmaß
wie in den USA, aber es geht. Dazu genügt es,
Google Groups aufzurufen und in
der erweiterten Suchmaske den Namen des Gesuchten im Feld "Autor" einzugeben. Sollte der Gesuchte
unter seinem Namen im Usenet geschrieben haben, werden Sie staunen, wie viele Artikel Sie finden.
Sie erhalten eine komplette und bereits auf den Namen des Gesuchten reduzierte Liste aller
gespeicherten Newsbeiträge aus allen Newsgroups seit 1995. Teilweise wird das Archiv von
den Betreibern mithilfe alter Datenbanken von Deja nachträglich bis in das Jahr 1981
zurück komplettiert.
Schon der erste Blick auf die Liste ist sehr aufschlußreich, verrät sie doch, in welchen Gruppen
der Gesuchte gerne schreibt. Da das Usenet Themenorientiert ist, erfahren Sie anhand der besuchten
Gruppen schon einiges über die Interessen
und Neigungen der gesuchten Person. Interessiert
sie sich für Waffen? Plaudert sie gerne über Sex? Benutzt sie Raubkopien und kopiert sie auf CD?
Hat die gesuchte Person Haustiere und behandelt sie sie fachgerecht? Welche Musik bevorzugt sie und
interessiert sie sich für schnelle Autos? Ist die Person schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten
und warum? Die erweiterte Suchmaske von Google erlaubt aber nicht nur die Suche nach einer bestimmten
Person, sondern auch die Suche nach einzelnen Worten oder Wortgruppen. Damit ist es nicht schwer, nach
ganz bestimmten Äußerungen einer ganz bestimmten Person zu einem ganz bestimmten
Thema zu suchen.
immt man sich einen halben Tag
Zeit und liest sich die Artikel durch, ist es oft sehr einfach, aus dem Puzzle der vielen einzelnen Informationen
ein komplettes Persönlichkeitsprofil [1]
zusammenzustellen, welches sämtliche Höhen und Tiefen der gesuchten Person umfaßt.
Denn es ist naheliegend, daß ein Problem an die Öffentlichkeit getragen wird, wenn man sich
dort fachlich kompetente Hilfe erhofft. Gerade in Problemsituationen treten Bedenken hinsichtlich des
Datenschutzes oftmals in den Hintergrund oder werden sogar ganz ausgeblendet. Unter Psychologen ist
dieser Effekt als beschleunigte Selbstoffenbarung (rapid intimacy) wohlbekannt.
Doch selbst dann, wenn der Gesuchte vorsichtig war und immer nur spärliche Informationen
veröffentlichte, vervollständigt sich am Ende das Bild in seiner Gesamtheit.
[1] Unter einem Persönlichkeitsprofil versteht man
die Zusammenstellung von Daten, die eine Beurteilung wesentlicher Aspekte der Persönlichkeit einer
natürlichen Person erlaubt.
ertet man die Newsbeiträge
hinsichtlich der Verwendung von Fachbegriffen und Fachkompetenz aus, so kann man in vielen Fällen
mit hinreichender Sicherheit selbst dann Rückschlüsse auf den ausgeübten Beruf und die
erreichte Qualifikation ziehen, wenn der Gesuchte selbst nicht davon berichtet. Hat man bereits eine Ahnung
bietet es sich deshalb an, in der Knowhow-Börse
Wer-Weiss-Was
nach dem Gesuchten zu stöbern oder in der Spezialsuchmaschine
suchfibel.de nach
Fachleuten
oder
Meinungen zu forschen.
Daneben offenbaren die Artikel natürlich interessante Details über die
Persönlichkeit, Charakter und Bildung des Gesuchten: Wortwahl, Ausdrucksweise,
Sozialverhalten, Auffassungsgabe, die Art der Konfliktbewältigung, Humor et cetera.
Auch die Reaktionen der Anderen kann man heranziehen, um daraus Schlüsse
zu ziehen: Wurde die gesuchte Person schon mal als hochnäsig und arrogant oder
als aggressiv und unkontrolliert bezeichnet? Neigt sie zu irrationalen Reaktionen?
Aber wer sollte sich schon so genau für Sie interessieren?
Es ist längst kein Geheimnis mehr, daß immer mehr Arbeitgeber
das Internet und insbesondere das Usenet nutzen, um umfangreiche Informationen über
Mitarbeiter und Bewerber zu erlangen (Siehe auch
).
Der oben bereits zitierte Landesbeauftragte für Datenschutz in Bremen dazu:
Auch die Berufswelt ist an privaten Details interessiert, um
sich z. B. bei einer Stellenausschreibung ja nicht den falschen Kandidaten einzuhandeln. Es ist keine
Seltenheit mehr, dass Firmen das Internet mit der Absicht durchsuchen, auf verräterische
Aussagen des hoffnungsvollen Bewerbers zu stoßen. Dabei könnte beispielsweise die
politische, soziale, religiöse Einstellung des Bewerbers zu tage treten, die möglicherweise
mit der Firmenphilosophie nur bedingt kompatibel ist.
Über Nachbarschaftsstreitereien, neidvolle Kollegen, die auf der Suche nach verwertbarem Material in
der Vergangenheit stochern oder die ureigenste menschliche Neugierde brauchen wir wohl nicht zu reden.
Der Journalist Dirk Lehman beendet seine Schnüffelreise,
die er für einen Artikel des Magazins Konr@d durchführte mit den Worten:
Gefährlich aber ist vor allem: Es macht verdammt viel
Spaß, ein Netz- Detektiv zu sein. Schon nach kurzer Zeit ist man infiziert vom Schnüffel-Virus.
Dagegen sind selbst schärfere Gesetze machtlos. Vor Mißbrauch im Internet kann
man sich nur selbst schützen.
Auch das sog.
Stalking
ist mittlerweile ein ernstzunehmendes Problem.
Darüberhinaus nutzen auch die Ermittlungsbehörden die Möglichkeiten, die ihnen das
Usenet bietet, um im Rahmen der sog. vorbeugenden Verbrechensbekämpfung Daten zu sammeln.
So hat das Bundeskriminalamt in Wiesbaden (BKA) trotz schwerwiegender verfassungsrechtlicher
Bedenken [2] eine sog. Zentralstelle für die anlaßunabhängige
Kontrolle des Internets eingerichtet. Wer nun denkt, er habe nichts zu befürchten, solange
er sich nichts zu schulden kommen lässt, der irrt möglicherweise, denn schon eine harmlose
Äußerung kann das Interesse der Ermittler wecken und somit unangenehme Konsequenzen
nach sich ziehen. Erfährt das soziale Umfeld des Betroffenen von dem Interesse der
Ermittlungsbehörden, bleibt oftmals auch dann "etwas hängen", wenn die Ermittlungen nicht
zu einem konkreten Verdacht führen. Auch gegen diese staatliche Ausforschung schützt ein
Pseudonym durchaus, denn das Aufdecken eines Pseudonyms beim Provider bedarf einer richterlicher
Anordnung, die normalerweise nur gegen den Nachweis eines Anfangsverdachts erteilt wird. Auf diese
Weise kann man wenigstens verhindern, daß die Daten nur durch ihre bequeme Verfügbarkeit
in den behördlichen Rechnern gespeichert werden.
Last but not least interessieren sich auch Handel, Industrie und die Werbewirtschaft für die Interessen
und Neigungen ihrer potentiellen Kundschaft. Und so ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis findige
Adresshändler dazu übergehen, bestehende Adressdaten mit persönlichen Informationen
aufzuwerten. Das themengegliederte Usenet bietet sich als Informationsquelle geradezu an.
Doch zurück zu unseren Recherchen:
as man im Usenet noch nicht
herausgefunden hat, findet sich vielleicht im Internet. Suchdienste wie
Google
oder Metasuchdienste wie
Metacrawler
finden oft Daten, von denen selbst der Besitzer derselben nichts ahnt: Sportergebnisse, Mitgliedslisten,
Mitarbeiterverzeichnisse oder berufliche Publikationen. Selbst längst vergessene Leserbriefe an
Zeitungen und Zeitschriften finden sich oftmals im Internet wieder, wie dieses - den Autor dieser Seiten
betreffende -
Beispiel
(Längst gläsern) zeigt.
Persönlichkeitsprofile von Menschen zu besitzen, die dies noch nicht einmal ahnen
können, schafft Macht zur Unterdrückung, Manipulation und Ausbeutung.
ervollständigt werden die
Daten dann oft vom Betroffenen selbst über seine Homepage. Was der Besitzer der Daten hier nicht
veröffentlichte, haben wir bereits in den Newsgroups herausgefunden - und umgekehrt. Selbst das
Entfernen der Homepage ist keine Garantie dafür, daß die Daten aus dem Netz verschwunden
sind. Es gibt Dienste, die Homepages archivieren, z.B.
http://www.archive.org .
Aber auch Google archiviert nicht nur Newsbeiträge, sondern auch komplette
Hompages. Unter jeder Suchanfrage finden Sie die Suchoption Im Archiv:
Sollte jetzt noch die Adresse und Telefonnummer fehlen, hilft eine Telefon-CD oder die
Auskunft
im Internet weiter. Wesentlich einfacher ist die Suche natürlich, wenn die gesuchte Person Betreiber einer Domain
(also einer Internet-Präsenz) ist. Hier genügt eine Anfrage bei
Denic oder
Checkdomain ,
um die vollständige Adresse und Telefonnummer zu erhalten oder man bemüht spezielle
Software ,
die mehrere Datenbanken gleichzeitig abfragt. Das Ergenbis sieht dann ungefähr so aus:
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st man nicht sicher, ob man den richtigen
"Peter Müller" erwischt hat, so genügt es meist, das bereits erstellte Persönlichkeitsprofil mit den
Angaben der Homepage abzugleichen oder Google Groups mit den entsprechenden Stichworten zu füttern.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, daß der Gesuchte irgendwann in irgendeinem Zusammenhang Angaben über
seinen Wohnort gemacht hat (Kleinanzeigen, Leserbriefe, Erfahrungsaustauch über örtliche Besonderheiten).
Falls dies nicht weiterhilft, findet man den richtigen "Peter Müller", indem man unmittelbar nachdem dieser
einen Beitrag gepostet hat, seine IP-Adresse geographisch auflöst (siehe unten). Ist er zu diesem Zeitpunkt
noch Online und wiederholt man diese Prozedur zur Verifizierung einige Male, hat man den Standort der
technischen Infrastruktur seines Service-Providers herausgefunden, was die Suche auf wenige Kilometer
eingrenzt. Ein häufiger Name schützt also kaum. Ist die Adresse gefunden, hilft ein erneuter Blick in
ein Telefonverzeichnis, um festzustellen, ob unter dieser Adresse mehrere Einträge vorhanden sind, was
Rückschlüsse über die Wohnverhältnisse des Gesuchten erlaubt. Wenn Sie es gerne etwas
genauer hätten, dann bietet der Handel auch für diese Recherche eine Datenbank. Das Programm
D-Sat5 oder
Google Maps liefern zu der gesuchten Adresse die Fotos und geben somit Aufschluß über die
sozialen und finanziellen Verhältnisse der Zielperson.
eben den legalen und frei
zugänglichen Datenquellen gibt es natürlich noch eine ganze Reihe illegaler Methoden, um
an die gewünschten Daten zu kommen. Angefangen bei Programmen, die anhand der Telefonnummer
die Adressdaten des Gesuchten auf Telefon-CD's finden über Passwortcracks beim Provider bis hin zu
Spionageprogrammen, die bestimmte Informationen an den Hersteller der Software versenden (sog. Spyware).
Bei Trojanischen Pferden handelt es sich um Programme, die sich in nützlicher Software versteckt
auf der Festplatte einnisten und Angreifern in Online-Zeiten den Zugriff auf den PC erlauben. Diese Mittel
gibt es nicht nur, sondern sie werden auch eingesetzt, wie der Blick in die entsprechenden Foren,
Fachzeitschriften und auf die Internetseiten der Anbieter verrät.
Der Ausgangspunkt und Schlüssel
jeder Suchaktion ist immer der Name
Dieses Recherchebeispiel zeigt, wie nachhaltig wirksam Internet-Aktivitäten sein können. Es reicht nicht,
nur durchdachte Statements abzugeben. Unangenehme Folgen können Internet-Spuren schließlich nicht
nur im Falle von privaten Ausschweifungen und verbalen Entgleisungen haben. Man weiß es einfach heute
nicht, welche Aussagen morgen Probleme verursachen. (Querverweis: stories.htm)
Darüberhinaus ist es sicher kein Geheimnis, daß es immer und überall in der Gesellschaft Menschen gibt,
die irrational auf Banalitäten reagieren und Belanglosigkeiten oder auch bloße
Antipathie zum Anlaß nehmen, destruktiv in das
bürgerliche Leben ihrer Opfer einzugreifen. Nächtliche Telefonanrufe
und wüste Beschimpfungen sind dabei noch die harmlose Variante.
Haltlose Strafanzeigen
oder Anschwärzungen beim Arbeitgeber können
hingegen Existenzvernichtend sein, selbst wenn sich die Haltlosigkeit der Anschuldigungen irgendwann
erweisen sollte.
ie Wahrscheinlichkeit an irrational
handelnde Menschen zu geraten, steigt mit der Verbreitung der Newsbeiträge und mit der Dauer ihrer
Archivierung. Angesichts der besonderen Eigenschaften des Usenets ist die Wahrscheinlichkeit relativ
hoch, irgendwann die Bekanntschaft mit einem Psychopathen zu machen.
Beitrag aus einem Web-Forum :
Mein Stalker verfolgt mich auch schon jahrelang, erstmal war
es nur online im Usenet, wo ich an Sachdiskussionen unter meinem Realnamen teilnehme. Anfangs dachte ich,
er würde im Usenet in den Pädagogik u.ä. Gruppen nur normal mitdiskutieren, aber plötzlich
begann er ohne Anlaß und aus heiterem Himmel, meinen Namen, Anschrift und irgendwelche Lügen
über mich zu verbreiten und mich auch in andere Gruppen zu verfolgen und dort dasselbe zu machen. Das
machte er aber nicht nur mit mir, sondern mit ganz unterschiedlichen Personen, sowohl Frauen als auch
Männer.
Im Web weiterlesen...
[im Archiv]
Zweit-Identitäten, Zusatz-Mailadressen und andere Netz-"Tarnkappen" sollten daher nicht generell
als Ausdruck blinden Verfolgungswahns, sprich Paranoia betrachtet werden. Sie dienen dem Selbstschutz
und natürlich dem Schutz der Familie. Diese Vorsicht darf man ebensowenig mit Feigheit oder
Schwäche verwechseln, wie man den Verzicht auf Selbstschutz mit besonders hervorzuhebenden
Tugenden wie Courage oder Stärke verwechseln darf. Wer auch nur die geringsten Bedenken hat,
tut sicherlich gut daran, das Prinzip der Datensparsamkeit anzuwenden und möglichst wenig Daten
mit echtem Personenbezug zu kommunizieren. Da es in vielen Fällen aber nicht möglich ist,
gänzlich auf eine spätere Personenbeziehbarkeit zu verzichten, kann dem durch die Verwendung
von Pseudonymen Rechnung getragen werden.
Wer Ihnen in Konfrontation mit dem besonderen Recherchepotential des Use- und Internets entgegnet,
man sei schließlich nicht gezwungen, die neuen Medien zu nutzen, redet an der Sache vorbei
und demonstriert eigentlich nur, daß er mit Begriffen wie Datenschutz oder
Selbstbestimmung nichts anzufangen weiß. Nicht selten vertreten
Leute, denen das Verständnis für Datenschutz fehlt auch die Auffassung, Datenschutz
sei Verbrecherschutz und wer nichts zu verbergen habe, müsse sich auch nicht um den
Schutz seiner Daten bemühen. Eine solche Haltung ist naiv.
Es gibt schließlich nicht nur die Lösung, ganz auf die neuen elektronischen
Kommunikationsmedien zu verzichten, sondern es gibt auch die Möglichkeit, sie
entpersonifiziert zu nutzen und metaphorisch
gesprochen den Sicherheitsgurt anzulegen, anstatt ganz auf das Autofahren
zu verzichten. In dem Wissen um diese Problematik hat der Gesetzgeber ein schutzwürdiges Interesse
erkannt und mit dem Teledienstedatenschutzgesetz die erforderlichen
rechtlichen Grundlagen geschaffen, die es dem Teilnehmer ermöglichen,
Teledienste anonym oder unter einem Pseudonym zu nutzen.
Das Persönlichkeitsprofil eines Namenlosen dient allerhöchstens Meinungsforschern
und Statistikern, nicht aber ihren Nachbarn, Kollegen oder Arbeitgeber(n).
bschließend soll auf dieser
Seite noch kurz auf die vielen Datensammler hingewiesen werden, die im Usenet die Daten der Teilnehmer
erfassen, um sie zu gewerblichen, meist unseriösen Zwecken zu mißbrauchen. Jeder kennt z.B.
das Problem mit den vielen zwielichten Angeboten, die sich täglich im E-Mail Postfach stapeln.
Der Wunsch, diesen Datensammlern neben einer gültigen E-Mail Adresse nicht auch noch den wahren Namen
an die Hand zu geben, ist sicher keine Paraonoia, denn zu leicht ist ein automatisierter Abgleich mit anderern Datenbanken
und Verzeichnissen möglich. Wie leicht es manchen Datensammlern gemacht wird, zeigt dieses
Beispiel .
Interessante Links zum Thema:
Suchen und Finden!
Allgemein:
E-Mail Adressen
- International
- Deutschland
- DFN-Projekt AMBIX
("Das Projekt AMBIX verfolgt das Ziel, ein deutschlandweites, elektronisches E-Mail-Verzeichnis
zu erstellen, in das alle E-Mail-Benutzer aus Organisationen, die zum Deutschen Forschungsnetz (DFN)
gehören, aufgenommen werden"; Selbsteintragung erforderlich!)
- E-Mail-Datenbank
(deutsche E-Mail-Adressen; suchen.de)
Telefonnummern
Adressen
IP-Adressen
- IP-Adressen Rückverfolgung
IP-Lokator
- IP-Adressen Rückverfolgung
Visual Route
Diese Dienste erlauben die geographische Rückverfolgung einer IP-Adresse (Header: NNTP-Posting-Host).
Interessant bei festen IP-Adresen (Firmenaccounts, Universitäten etc.). Aber auch dann erfolgreich, wenn sie unmittelbar
nach dem Posten eingesetzt werden und der Absender noch online ist.
- Denic
de-domains
- Checkdomain

- WhoIs

- Network Tools

Dieser Dienst bietet gleichzeitig noch mehrere Suchoptionen
ICQ-Teilnehmer finden
Usenet-Internet-Profile
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Die Behörden wollen, soweit ersichtlich, im World-Wide-Web "Streifesurfen",
Chat-Rooms belauschen, Log-Files analysieren und vermutlich auch das Usenet durchstöbern. Hierbei wird es gerade auch
um die Erhebung personenbezogener Daten von einzelnen Betroffenen gehen.
Zum Teil wird die Ansicht vertreten, es handele sich bei personenbezogenen Daten, die man im WWW, im Usenet und in Chat-Rooms
vorfinden kann, um allgemein zugängliche Informationen, weshalb eine entsprechende Datenerhebung keinen Eingriffscharakter
haben soll. Diese Auffassung geht nicht mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) konform.
Das BVerfG hat im Volkszählungsurteil ausgeführt, daß es seit Einführung der EDV keine belanglosen
Daten mehr gibt, da die spezifische Grundrechtsgefährdung gerade auf der Möglichkeit beruht, daß einzelne
zunächst belanglos erscheinende Daten problemlos zu einem Persönlichkeitsbild zusammengefaßt werden
können.
<http://www.afs-rechtsanwaelte.de/internetstreife.htm>
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