Paranoia

(griechisch: Torheit, Wahnsinn), Geistesstörung, die durch die Ausbildung eines ausgeprägten und komplexen, zumeist in sich stimmigen Wahnsystems gekennzeichnet ist. Beispiele für solche Wahnsysteme sind Größen- oder Verfolgungswahn.
Sigmund Freud verstand die Paranoia gegen Ende der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts als geistige Störung, deren Hauptsymptom ein stark ausgeprägtes Misstrauen ist; eine paranoide Person glaubt z. B., dass andere darauf aus sind, sie zu töten. Ist ein Patient an paranoider Schizophrenie erkrankt, kann er darüber hinaus auch Halluzinationen haben, in denen ihm beispielsweise berühmte historische oder mythologische Personen erscheinen und ihm Botschaften übermitteln. Diese bestehen nicht selten in folgenschweren Aufträgen, die gewalttätiges Vorgehen gegen andere Menschen (vor allem aus dem persönlichen Umfeld des Erkrankten) beinhalten und diese in Lebensgefahr bringen können.

Die Behandlung paranoider Störungen erweist sich als schwierig, da dem in seinem Wahnsystem Gefangenen gewöhnlich die Krankheitseinsicht fehlt und er psychotherapeutischen wie medikamentösen Maßnahmen nur sehr begrenzt zugänglich ist. Nicht wenige der Patienten enden daher in den geschlossenen Abteilungen psychiatrischer Anstalten.

ie können beruhigt sein: Wenn Sie im Usenet ein Pseudonym benutzen, sind Sie weder geistig gestört, noch krank, sondern einfach nur vorsichtig. Anonymität in öffentlichen Datennetzen ist eine adäquate und völlig legitime Schutzmaßnahme. Dazu der Landesbeauftrage für Datenschutz in Bremen:

Wenn Sie sich häufiger an Diskussionen in Newsgruppen, Foren oder auf Mailinglisten beteiligen, haben Sie noch andere gute Gründe anonym bleiben zu wollen. Sicher, Ihre Meinung ist Ihre Meinung, aber zu bestimmten Themen würden Sie diese möglicherweise im beruflichen Umfeld anders äußern als im privaten. Außerdem kann sich diese ja auch ändern. Newsserver z. B. speichern diese jedoch schwarz auf weiß und haben ein langes Gedächtnis. Wer derartig gespeicherte Äußerungen mitverfolgen kann, ist nahe an der Gedankenwelt des Verfassers. Und wer möchte schon, dass Polizei, Justiz, Industrie etc. uns im Internet auf Schritt und Tritt verfolgen und ihre Schlüsse ziehen können.

Quelle: < www.datenschutz-bremen.de>

ollten Sie sich jedoch auf Diskussionen über Realnames, über den Schutz der Privatsphäre oder über Datenschutz einlassen, werden Sie früher oder später mit dem Vorwurf konfrontiert werden, unter Paranoia zu leiden. Grund genug, einmal zu beleuchten, ob Vorsicht überhaupt geboten ist und welche Folgen das Veröffentlichen persönlicher Informationen bei gleichzeitiger Bekanntgabe personenbezogener Daten im Usenet haben kann.

Die amerikanische Buchautorin und Datenhändlerin Carole A. Lane schrieb provokativ in Ihrem Buch Naked in Cyberspace:

Innerhalb weniger Stunden vor meinem Computer, ausgehend nur von ihrem Namen und Ihrer Adresse, kann ich alles herausfinden über Ihre Arbeit, sowie die Namen und das Alter Ihres Lebensgefährten und Kinder, über Ihr Auto, den Wert Ihres Hauses und wieviel Steuern Sie dafür bezahlen. Aus all dem kann ich präzise Rückschlüsse auf Ihr Einkommen ziehen. Ich kann das längst vergessene Problem mit Drogen an der Universität wieder ausgraben. Ist Ihr Name ungewöhnlich genug, kann ich all dies sogar, ohne Ihre Adresse zu kennen

In den USA werden gewerbsmäßige  Look Up Dienste Beispiel ) angeboten, die das Internet gezielt nach Informationen zu bestimmten Personen durchkämmen. Bei einer Stichprobe ließ sich auf diese Weise eine detaillierte Biographie zu einer zufällig ausgewählten Person zusammenstellen. Neben Anschrift, Telefonnummer, Geburts- und Ausbildungsort enthielt das Suchergebnis Angaben zu Beruf und gegenwärtigem Arbeitsplatz und gab Aufschluß über Interesse an Amateurtheater, bevorzugte Biersorte, bevorzugte Restaurants und Ferienziele sowie über Ansichten bezüglich verschiedener Themen wie Bill Gates und den sozial repressiven Staat Indiana. Viele Informationen ließen sich aus Newsgroups gewinnen, an der die betreffende Person teilgenommen hatte. Wer sich diese Dienstleistungen nicht leisten kann oder will, findet im Handel Softwareprodukte, die ähnliches versprechen.
(Siehe auch: Auf Datenjagd: Der gläserne Mensch lokale Datei)

Geht das auch in Deutschland?

Sicher (noch) nicht in dem Ausmaß wie in den USA, aber es geht. Dazu genügt es, Google Groups aufzurufen und in der erweiterten Suchmaske den Namen des Gesuchten im Feld "Autor" einzugeben. Sollte der Gesuchte unter seinem Namen im Usenet geschrieben haben, werden Sie staunen, wie viele Artikel Sie finden. Sie erhalten eine komplette und bereits auf den Namen des Gesuchten reduzierte Liste aller gespeicherten Newsbeiträge aus allen Newsgroups seit 1995. Teilweise wird das Archiv von den Betreibern mithilfe alter Datenbanken von Deja nachträglich bis in das Jahr 1981 zurück komplettiert.

Schon der erste Blick auf die Liste ist sehr aufschlußreich, verrät sie doch, in welchen Gruppen der Gesuchte gerne schreibt. Da das Usenet Themenorientiert ist, erfahren Sie anhand der besuchten Gruppen schon einiges über die  Interessen  und  Neigungen  der gesuchten Person. Interessiert sie sich für Waffen? Plaudert sie gerne über Sex? Benutzt sie Raubkopien und kopiert sie auf CD? Hat die gesuchte Person Haustiere und behandelt sie sie fachgerecht? Welche Musik bevorzugt sie und interessiert sie sich für schnelle Autos? Ist die Person schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten und warum? Die erweiterte Suchmaske von Google erlaubt aber nicht nur die Suche nach einer bestimmten Person, sondern auch die Suche nach einzelnen Worten oder Wortgruppen. Damit ist es nicht schwer, nach ganz bestimmten Äußerungen einer ganz bestimmten Person zu einem ganz bestimmten Thema zu suchen.

immt man sich einen halben Tag Zeit und liest sich die Artikel durch, ist es oft sehr einfach, aus dem Puzzle der vielen einzelnen Informationen ein komplettes  Persönlichkeitsprofil [1]  zusammenzustellen, welches sämtliche Höhen und Tiefen der gesuchten Person umfaßt. Denn es ist naheliegend, daß ein Problem an die Öffentlichkeit getragen wird, wenn man sich dort fachlich kompetente Hilfe erhofft. Gerade in Problemsituationen treten Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes oftmals in den Hintergrund oder werden sogar ganz ausgeblendet. Unter Psychologen ist dieser Effekt als beschleunigte Selbstoffenbarung (rapid intimacy) wohlbekannt. Doch selbst dann, wenn der Gesuchte vorsichtig war und immer nur spärliche Informationen veröffentlichte, vervollständigt sich am Ende das Bild in seiner Gesamtheit.

 [1]  Unter einem Persönlichkeitsprofil versteht man die Zusammenstellung von Daten, die eine Beurteilung wesentlicher Aspekte der Persönlichkeit einer natürlichen Person erlaubt.

ertet man die Newsbeiträge hinsichtlich der Verwendung von Fachbegriffen und Fachkompetenz aus, so kann man in vielen Fällen mit hinreichender Sicherheit selbst dann Rückschlüsse auf den ausgeübten Beruf und die erreichte Qualifikation ziehen, wenn der Gesuchte selbst nicht davon berichtet. Hat man bereits eine Ahnung bietet es sich deshalb an, in der Knowhow-Börse Wer-Weiss-Was nach dem Gesuchten zu stöbern oder in der Spezialsuchmaschine suchfibel.de nach Fachleuten oder Meinungen zu forschen.

Daneben offenbaren die Artikel natürlich interessante Details über die Persönlichkeit, Charakter und Bildung des Gesuchten: Wortwahl, Ausdrucksweise, Sozialverhalten, Auffassungsgabe, die Art der Konfliktbewältigung, Humor et cetera.
Auch die Reaktionen der Anderen kann man heranziehen, um daraus Schlüsse zu ziehen: Wurde die gesuchte Person schon mal als hochnäsig und arrogant oder als aggressiv und unkontrolliert bezeichnet? Neigt sie zu irrationalen Reaktionen?

Aber wer sollte sich schon so genau für Sie interessieren?

Es ist längst kein Geheimnis mehr, daß immer mehr Arbeitgeber das Internet und insbesondere das Usenet nutzen, um umfangreiche Informationen über Mitarbeiter und Bewerber zu erlangen (Siehe auch ).

Der oben bereits zitierte Landesbeauftragte für Datenschutz in Bremen dazu:

Auch die Berufswelt ist an privaten Details interessiert, um sich z. B. bei einer Stellenausschreibung ja nicht den falschen Kandidaten einzuhandeln. Es ist keine Seltenheit mehr, dass Firmen das Internet mit der Absicht durchsuchen, auf verräterische Aussagen des hoffnungsvollen Bewerbers zu stoßen. Dabei könnte beispielsweise die politische, soziale, religiöse Einstellung des Bewerbers zu tage treten, die möglicherweise mit der Firmenphilosophie nur bedingt kompatibel ist.

Über Nachbarschaftsstreitereien, neidvolle Kollegen, die auf der Suche nach verwertbarem Material in der Vergangenheit stochern oder die ureigenste menschliche Neugierde brauchen wir wohl nicht zu reden. Der Journalist Dirk Lehman beendet seine Schnüffelreise, die er für einen Artikel des Magazins Konr@d durchführte mit den Worten: Gefährlich aber ist vor allem: Es macht verdammt viel Spaß, ein Netz- Detektiv zu sein. Schon nach kurzer Zeit ist man infiziert vom Schnüffel-Virus. Dagegen sind selbst schärfere Gesetze machtlos. Vor Mißbrauch im Internet kann man sich nur selbst schützen.

Auch das sog. Stalking ist mittlerweile ein ernstzunehmendes Problem.

Darüberhinaus nutzen auch die Ermittlungsbehörden die Möglichkeiten, die ihnen das Usenet bietet, um im Rahmen der sog. vorbeugenden Verbrechensbekämpfung Daten zu sammeln. So hat das Bundeskriminalamt in Wiesbaden (BKA) trotz schwerwiegender verfassungsrechtlicher Bedenken [2] eine sog. Zentralstelle für die anlaßunabhängige Kontrolle des Internets eingerichtet. Wer nun denkt, er habe nichts zu befürchten, solange er sich nichts zu schulden kommen lässt, der irrt möglicherweise, denn schon eine harmlose Äußerung kann das Interesse der Ermittler wecken und somit unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Erfährt das soziale Umfeld des Betroffenen von dem Interesse der Ermittlungsbehörden, bleibt oftmals auch dann "etwas hängen", wenn die Ermittlungen nicht zu einem konkreten Verdacht führen. Auch gegen diese staatliche Ausforschung schützt ein Pseudonym durchaus, denn das Aufdecken eines Pseudonyms beim Provider bedarf einer richterlicher Anordnung, die normalerweise nur gegen den Nachweis eines Anfangsverdachts erteilt wird. Auf diese Weise kann man wenigstens verhindern, daß die Daten nur durch ihre bequeme Verfügbarkeit in den behördlichen Rechnern gespeichert werden.

Last but not least interessieren sich auch Handel, Industrie und die Werbewirtschaft für die Interessen und Neigungen ihrer potentiellen Kundschaft. Und so ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis findige Adresshändler dazu übergehen, bestehende Adressdaten mit persönlichen Informationen aufzuwerten. Das themengegliederte Usenet bietet sich als Informationsquelle geradezu an.

Doch zurück zu unseren Recherchen:

as man im Usenet noch nicht herausgefunden hat, findet sich vielleicht im Internet. Suchdienste wie Google oder Metasuchdienste wie Metacrawler finden oft Daten, von denen selbst der Besitzer derselben nichts ahnt: Sportergebnisse, Mitgliedslisten, Mitarbeiterverzeichnisse oder berufliche Publikationen. Selbst längst vergessene Leserbriefe an Zeitungen und Zeitschriften finden sich oftmals im Internet wieder, wie dieses - den Autor dieser Seiten betreffende - Beispiel (Längst gläsern) zeigt.

Persönlichkeitsprofile von Menschen zu besitzen, die dies noch nicht einmal ahnen können, schafft Macht zur Unterdrückung, Manipulation und Ausbeutung.

ervollständigt werden die Daten dann oft vom Betroffenen selbst über seine Homepage. Was der Besitzer der Daten hier nicht veröffentlichte, haben wir bereits in den Newsgroups herausgefunden - und umgekehrt. Selbst das Entfernen der Homepage ist keine Garantie dafür, daß die Daten aus dem Netz verschwunden sind. Es gibt Dienste, die Homepages archivieren, z.B. http://www.archive.org. Aber auch Google archiviert nicht nur Newsbeiträge, sondern auch komplette Hompages. Unter jeder Suchanfrage finden Sie die Suchoption Im Archiv:

Sollte jetzt noch die Adresse und Telefonnummer fehlen, hilft eine Telefon-CD oder die Auskunft im Internet weiter. Wesentlich einfacher ist die Suche natürlich, wenn die gesuchte Person Betreiber einer Domain (also einer Internet-Präsenz) ist. Hier genügt eine Anfrage bei Denic oder Checkdomain, um die vollständige Adresse und Telefonnummer zu erhalten oder man bemüht spezielle Software, die mehrere Datenbanken gleichzeitig abfragt. Das Ergenbis sieht dann ungefähr so aus:

st man nicht sicher, ob man den richtigen "Peter Müller" erwischt hat, so genügt es meist, das bereits erstellte Persönlichkeitsprofil mit den Angaben der Homepage abzugleichen oder Google Groups mit den entsprechenden Stichworten zu füttern. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, daß der Gesuchte irgendwann in irgendeinem Zusammenhang Angaben über seinen Wohnort gemacht hat (Kleinanzeigen, Leserbriefe, Erfahrungsaustauch über örtliche Besonderheiten). Falls dies nicht weiterhilft, findet man den richtigen "Peter Müller", indem man unmittelbar nachdem dieser einen Beitrag gepostet hat, seine IP-Adresse geographisch auflöst (siehe unten). Ist er zu diesem Zeitpunkt noch Online und wiederholt man diese Prozedur zur Verifizierung einige Male, hat man den Standort der technischen Infrastruktur seines Service-Providers herausgefunden, was die Suche auf wenige Kilometer eingrenzt. Ein häufiger Name schützt also kaum. Ist die Adresse gefunden, hilft ein erneuter Blick in ein Telefonverzeichnis, um festzustellen, ob unter dieser Adresse mehrere Einträge vorhanden sind, was Rückschlüsse über die Wohnverhältnisse des Gesuchten erlaubt. Wenn Sie es gerne etwas genauer hätten, dann bietet der Handel auch für diese Recherche eine Datenbank. Das Programm D-Sat5 oder Google Maps liefern zu der gesuchten Adresse die Fotos und geben somit Aufschluß über die sozialen und finanziellen Verhältnisse der Zielperson.

eben den legalen und frei zugänglichen Datenquellen gibt es natürlich noch eine ganze Reihe illegaler Methoden, um an die gewünschten Daten zu kommen. Angefangen bei Programmen, die anhand der Telefonnummer die Adressdaten des Gesuchten auf Telefon-CD's finden über Passwortcracks beim Provider bis hin zu Spionageprogrammen, die bestimmte Informationen an den Hersteller der Software versenden (sog. Spyware). Bei Trojanischen Pferden handelt es sich um Programme, die sich in nützlicher Software versteckt auf der Festplatte einnisten und Angreifern in Online-Zeiten den Zugriff auf den PC erlauben. Diese Mittel gibt es nicht nur, sondern sie werden auch eingesetzt, wie der Blick in die entsprechenden Foren, Fachzeitschriften und auf die Internetseiten der Anbieter verrät.

Der Ausgangspunkt und Schlüssel jeder Suchaktion ist immer der Name 

Dieses Recherchebeispiel zeigt, wie nachhaltig wirksam Internet-Aktivitäten sein können. Es reicht nicht, nur durchdachte Statements abzugeben. Unangenehme Folgen können Internet-Spuren schließlich nicht nur im Falle von privaten Ausschweifungen und verbalen Entgleisungen haben. Man weiß es einfach heute nicht, welche Aussagen morgen Probleme verursachen. (Querverweis: stories.htm)

Darüberhinaus ist es sicher kein Geheimnis, daß es immer und überall in der Gesellschaft Menschen gibt, die irrational auf Banalitäten reagieren und Belanglosigkeiten oder auch bloße Antipathie zum Anlaß nehmen, destruktiv in das bürgerliche Leben ihrer Opfer einzugreifen. Nächtliche Telefonanrufe und wüste Beschimpfungen sind dabei noch die harmlose Variante. Haltlose Strafanzeigen oder Anschwärzungen beim Arbeitgeber können hingegen Existenzvernichtend sein, selbst wenn sich die Haltlosigkeit der Anschuldigungen irgendwann erweisen sollte.

ie Wahrscheinlichkeit an irrational handelnde Menschen zu geraten, steigt mit der Verbreitung der Newsbeiträge und mit der Dauer ihrer Archivierung. Angesichts der besonderen Eigenschaften des Usenets ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, irgendwann die Bekanntschaft mit einem Psychopathen zu machen.

Beitrag aus einem  Web-Forum  :

Mein Stalker verfolgt mich auch schon jahrelang, erstmal war es nur online im Usenet, wo ich an Sachdiskussionen unter meinem Realnamen teilnehme. Anfangs dachte ich, er würde im Usenet in den Pädagogik u.ä. Gruppen nur normal mitdiskutieren, aber plötzlich begann er ohne Anlaß und aus heiterem Himmel, meinen Namen, Anschrift und irgendwelche Lügen über mich zu verbreiten und mich auch in andere Gruppen zu verfolgen und dort dasselbe zu machen. Das machte er aber nicht nur mit mir, sondern mit ganz unterschiedlichen Personen, sowohl Frauen als auch Männer.

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Zweit-Identitäten, Zusatz-Mailadressen und andere Netz-"Tarnkappen" sollten daher nicht generell als Ausdruck blinden Verfolgungswahns, sprich Paranoia betrachtet werden. Sie dienen dem Selbstschutz und natürlich dem Schutz der Familie. Diese Vorsicht darf man ebensowenig mit Feigheit oder Schwäche verwechseln, wie man den Verzicht auf Selbstschutz mit besonders hervorzuhebenden Tugenden wie Courage oder Stärke verwechseln darf. Wer auch nur die geringsten Bedenken hat, tut sicherlich gut daran, das Prinzip der Datensparsamkeit anzuwenden und möglichst wenig Daten mit echtem Personenbezug zu kommunizieren. Da es in vielen Fällen aber nicht möglich ist, gänzlich auf eine spätere Personenbeziehbarkeit zu verzichten, kann dem durch die Verwendung von Pseudonymen Rechnung getragen werden.

Wer Ihnen in Konfrontation mit dem besonderen Recherchepotential des Use- und Internets entgegnet, man sei schließlich nicht gezwungen, die neuen Medien zu nutzen, redet an der Sache vorbei und demonstriert eigentlich nur, daß er mit Begriffen wie Datenschutz oder Selbstbestimmung nichts anzufangen weiß. Nicht selten vertreten Leute, denen das Verständnis für Datenschutz fehlt auch die Auffassung, Datenschutz sei Verbrecherschutz und wer nichts zu verbergen habe, müsse sich auch nicht um den Schutz seiner Daten bemühen. Eine solche Haltung ist naiv.

Es gibt schließlich nicht nur die Lösung, ganz auf die neuen elektronischen Kommunikationsmedien zu verzichten, sondern es gibt auch die Möglichkeit, sie  entpersonifiziert  zu nutzen und metaphorisch gesprochen den Sicherheitsgurt anzulegen, anstatt ganz auf das Autofahren zu verzichten. In dem Wissen um diese Problematik hat der Gesetzgeber ein schutzwürdiges Interesse erkannt und mit dem Teledienstedatenschutzgesetz die erforderlichen rechtlichen Grundlagen geschaffen, die es dem Teilnehmer ermöglichen, Teledienste anonym oder unter einem Pseudonym zu nutzen.

Das Persönlichkeitsprofil eines Namenlosen dient allerhöchstens Meinungsforschern und Statistikern, nicht aber ihren Nachbarn, Kollegen oder Arbeitgeber(n).

bschließend soll auf dieser Seite noch kurz auf die vielen Datensammler hingewiesen werden, die im Usenet die Daten der Teilnehmer erfassen, um sie zu gewerblichen, meist unseriösen Zwecken zu mißbrauchen. Jeder kennt z.B. das Problem mit den vielen zwielichten Angeboten, die sich täglich im E-Mail Postfach stapeln.

Der Wunsch, diesen Datensammlern neben einer gültigen E-Mail Adresse nicht auch noch den wahren Namen an die Hand zu geben, ist sicher keine Paraonoia, denn zu leicht ist ein automatisierter Abgleich mit anderern Datenbanken und Verzeichnissen möglich. Wie leicht es manchen Datensammlern gemacht wird, zeigt dieses Beispiel.

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Allgemein:

E-Mail Adressen

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  • IP-Adressen Rückverfolgung IP-Lokator
  • IP-Adressen Rückverfolgung Visual Route
    Diese Dienste erlauben die geographische Rückverfolgung einer IP-Adresse (Header: NNTP-Posting-Host).
    Interessant bei festen IP-Adresen (Firmenaccounts, Universitäten etc.). Aber auch dann erfolgreich, wenn sie unmittelbar nach dem Posten eingesetzt werden und der Absender noch online ist.
  • Denic de-domains
  • Checkdomain
  • WhoIs
  • Network Tools
    Dieser Dienst bietet gleichzeitig noch mehrere Suchoptionen

ICQ-Teilnehmer finden

Usenet-Internet-Profile

[2]

Die Behörden wollen, soweit ersichtlich, im World-Wide-Web "Streifesurfen", Chat-Rooms belauschen, Log-Files analysieren und vermutlich auch das Usenet durchstöbern. Hierbei wird es gerade auch um die Erhebung personenbezogener Daten von einzelnen Betroffenen gehen.

Zum Teil wird die Ansicht vertreten, es handele sich bei personenbezogenen Daten, die man im WWW, im Usenet und in Chat-Rooms vorfinden kann, um allgemein zugängliche Informationen, weshalb eine entsprechende Datenerhebung keinen Eingriffscharakter haben soll. Diese Auffassung geht nicht mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) konform. Das BVerfG hat im Volkszählungsurteil ausgeführt, daß es seit Einführung der EDV keine belanglosen Daten mehr gibt, da die spezifische Grundrechtsgefährdung gerade auf der Möglichkeit beruht, daß einzelne zunächst belanglos erscheinende Daten problemlos zu einem Persönlichkeitsbild zusammengefaßt werden können.

<http://www.afs-rechtsanwaelte.de/internetstreife.htm>

 
     

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Aufgrund aktueller Rechtsprechung erklärt der Autor dieser Webseite, daß er für die Inhalte fremder Seiten, die über diese Linkliste aufgerufen werden können, keine Verantwortung übernimmt.

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www.datenschutzzentrum.de
Oliver Ding's Realname FAQ
Pseudonym: Vor- und Nachteile Englisch
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik [Archiv]

Homepage Köhntopp

 Daraus mit freundlicher Genehmigung im Archiv: 

Begriffsbestimmung Anonymität / Pseudonymität [36 KB]
Pseudonymität: Technik und Recht [280 KB]
Identitätsmanagement: Anforderungen aus Nutzersicht [155 KB]

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