Eskalation


Die Stufen der Eskalation im Umgang mit irrationalen Menschen

m Usenet ist es wie im richtigen Leben und so entwickeln sich aufgrund unterschiedlicher Meinungen nicht selten heftige Debatten. Der Unterschied ist aber, daß diese Diskussionen in der Öffentlichkeit stattfinden. Und während das Bewußtsein um diese Tatsache bei manchen Teilnehmern die Zurückhaltung fördert, gibt es andere Menschen, die Angst davor haben, das öffentliche Ansehen zu verlieren und die ihren Standpunkt deshalb mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf das Privatleben des Kontrahenten vertreten. Von letzterem Menschenschlag ist auf dieser Seite die Rede, denn es sind jene - meist zugleich impuslive und unberechenbare - Menschen, vor denen man sich in Acht nehmen sollte.

Problematisch wird es im Umgang mit diesen Menschen, wenn sie keine tragfähigen Argumente haben oder sie die Argumente ihrer Opponenten nicht zu widerlegen vermögen. Denn wo unwiderlegbare Argumente nicht aus der Welt geschaffen werden können, wird nicht selten versucht, den Menschen, die sie vertreten, die Lust daran zu nehmen, sie mundtot zu machen oder ihre Glaubwürdigkeit bzw. ihre Reputation zu beschädigen. Wann immer Sie also feststellen, daß ihr Kommunikationspartner im Usenet die sachliche Ebene verläßt und persönlich wird, ist das ein untrügliches Zeichen für den argumentativen Notstand dieser Person.

 Eskalationsstufe 1 

Google Das * Hans erbrach wieder mal:

[Schlechtriechendes]

[ ] Du intellänte[tm] Lebensform.
[X] Du Dummsau.

Andi

s beginnt meist mit relativ harmlosen Herabwürdigungen, abfälligen Bemerkungen oder Erniedrigungen. Verballhornungen oder Verkleinerungsformen des Namens (aus Meier wird Meierle) gehören ebenso dazu, wie das Anreden des Gegenübers als Neutrum (das Meier). Damit soll der Mitleserschaft signalisiert werden, daß die betreffende Person minderwertig ist und dies zwangsläufig auch für ihre Meinungen und Argumente gilt. Nicht selten steckt auch der unbewußte Wunsch dahinter, daß das Opfer der Beleidigungen in Zukunft eine direkte Kommunikation vermeidet. Hat der Beleidiger mit dieser Strategie Erfolg, schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens bleibt ihm künftig die Konfrontation mit jenen Argumenten erspart, denen er nichts zu entgegnen weiß und zweitens werden seine eigenen Argumente von der betroffenen Person nicht mehr in Frage gestellt; selbst, wenn sie sie leicht entkräften könnte.

 Eskalationsstufe 2 

eider bleibt es oft nicht dabei und die Situation eskaliert. Und während die eine Seite versucht, die Beleidigungen und Herabwürdigungen zu übersehen und sich auf ihre Sachargumente stützt, wächst auf der anderen Seite der Wunsch, den unbequemen Widersacher zum Schweigen zu bringen. In dieser zweiten Phase wird oft versucht, den Betroffenen nicht nur zu beleidigen, sondern zusätzlich auch noch mit unausgesprochenen Erpressungen (Andeutungen) einzuschüchtern. Dies geschieht nicht selten, indem über die persönlichen Lebensumstände des mißliebigen Kommunikationspartners umfangreiche Recherchen angestellt, und persönliche Details aus seinem Leben offenbart werden. Wohlwissend, daß es in fast jedem Leben Dinge gibt, die eine Person verletzbar machen, heißt die Botschaft: Schau her, ich weiß vielleicht mehr über Dich, als Dir lieb ist und wenn Du weiterhin unbequem bist, könnte Dir das zum Verhängnis werden.

Das Problem für Sie als Betroffener ist, daß sie tatsächlich nicht wissen können, welche Quellen zur Ausforschung ihrer persönlichen Lebensumstände benutzt wurden. Und wenn Sie unter ihrem wirklichen Namen im Usenet teilnehmen, kommen prinzipiell alle Informationsquellen auch jenseits des Datennetzes in Frage, denn sie können nicht wissen, ob derjenige, der Sie einzuschüchtern versucht, nicht wirklich einen persönlichen Bezug zu ihnen hat, von dem sie nichts wissen oder über Bekannte, Verwandte oder über seinen Beruf an persönliche, möglicherweise brisante Informationen über Sie gekommen ist.

Meist endet die Eskalation an dieser Stelle und brodelt auf dieser Ebene vor sich hin. Gefährlich wird es jedoch, wenn Sie an einen jener immer zahlreicher werdenen Menschen geraten, der nicht weiß, wann er aufhören muß. Und gerade der Umstand, daß das Usenet eine sehr große Reichweite hat, erhöht die Gefahr, an einen solchen Menschen zu geraten.

 Eskalationsstufe 3 

n der dritten Phase folgen massive Drohungen. Man muß sie nicht unbedingt ernst nehmen, aber man sollte sich hüten, sie erkennbar auf die leichte Schulter nehmen, denn wenn der Drohende merkt, daß er nicht ernst genommen wird, ist dies ein massiver Anreiz, seine Ernsthaftigkeit öffentlich unter Beweis zu stellen, den Drohungen Taten folgen zu lassen und damit die vierte Eskalationsebene einzuleiten:

 Eskalationsstufe 4 

hiermit hoere ich mit den newsgroups auf und beende meine abonnement mit dieser mail, weil bei uns eine abo-flut und warensendungen nebst rechnungen auftauchen, die eine sekretaerin noetig machen: es missbraucht jemand meine internetadrs und meine postadresse um bestellungen in meinem namen zu taetigen. diese dinge sind schwer nachzuvollziehen und aergerlich, verursachen hohe kosten und gaenge zur polizei, die nun berge von unterlagen bekommen hat, und nun die ip ermitteln muss um dem taeter habhaft zu werden. (rufschaedigung und betrug) behabt euch wohl- mit einem solchen treiben will ich nichts mehr zu tun haben!
harald

Anmerkung: Dieses Posting wird hier ohne Referenz zitiert, um dem Betroffenen nicht noch zusätzlich zu schaden.

ier setzt die Einflußnahme in das bürgerliche Leben des Betroffenen ein. Anschwärzungen beim Arbeitgeber, massenhafte Warenbestellungen, Telefonterror oder Kleinanzeigen in Tageszeitungen. Wohnt der Täter zufällig in der Nähe muß man als Betroffener auch mit Sachbeschädigungen, Rufmord oder Verleumdungen im sozialen Umfeld rechnen. Sicher kann man dem entgegenhalten, daß man sich gegen solche Straftaten oder Nachstellungen zur Wehr setzen kann. Aber wenn der Täter seine Taten nicht vorher angekündigt hat, wird eine Anzeige nicht zwingend Erfolg haben.

Und ein Arbeitsplatz ist unwiederbringlich verloren, auch wenn man die Haltlosigkeit einer Anschuldigung vielleicht irgendwann beweisen kann oder wenn man erst gar nichts über den wirklichen Grund des Arbeitsplatzverlustes erfährt, was die wahrscheinlichere Variante ist. Unabhängig davon, ob Sie sich erfolgreich gegen die unerwünschte Beeinflussung ihres Lebens zur Wehr setzen können, leidet ihre Lebensqualität auf jeden Fall.

 
     

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