7 Gründe

Sieben gute Gründe

für Anonymität / Pseudonymität

Der Wunsch nach Anonymität oder zumindest Pseudonymität gewinnt in offenen Datennetzen zunehmend an Bedeutung. Gründe dafür sind zum einen die Sensibiliesierung für die Belange des Datenschutzes und die wachsende Sorge vor ausufernder Datensammlung durch private und staatliche Stellen.

1. Schutz des Informanten

ensible Informationen erhält man häufig nur dann, wenn die Informationsquelle ungenannt bleibt. Beispiele sind die Kronzeugenregelung in den USA oder auch Umfragen, die zu statistischen Zwecken durchgeführt werden und sich mit sehr privaten Angelegenheiten wie Sexualität oder Gesundheit befassen. Auch der investigative Journalismus wäre kaum ohne anonyme Informanten möglich. Häufig ist das angestrebte Ziel - mithin die Wahrheitsfindung - ohne diese sensitiven Informationen überhaupt nicht erreichbar. Wo das nicht der Fall ist, stellt das Fehlen dieser Informationen zumindest einen schweren Bandbreitenverlust dar und verhindert die größtmögliche Objektivität.

2. Vorurteilsfreie Betrachtung des Inhalts

ersonen, die aufgrund ihrer sozialen Stellung, Ihres Berufes, ihrer Reputation, Nationalität oder schlicht wegen ihrer bisher vertretenen Meinung damit rechnen müssen, dass ihre Äußerungen mit Voreingenommenheit beurteilt werden, sind oft auf Pseudonyme angewiesen und stellen dadurch sicher, daß ihre Äußerungen vorurteilsfrei und unvoreingenommen beurteilt werden.

3. wirtschaftliche Interessen

er Kunde bewahrt durch Bezahlen mit Bargeld die Anonymität und damit seine Unabhängigkeit. Bezahlt er hingegen mit einer Kredit- oder Kundenkarte kann sein Kaufverhalten analysiert werden und wird dadurch berechen- und manipulierbar.

Ist eine bestimmte Meinung oder Weltbild mit dem ausgeübten Beruf oder Tätigkeit nur schwer vereinbar, stellt die Anonymität bzw. die Verwendung eines Pseudonyms oft die einzige Möglichkeit dar, sich zu dem Thema zu äußern, ohne die eigene Existenz zu gefährden.

4. Schutz vor unerwünschter Belästigung

urch die Trennung der personenbezogenen Daten von den Inhalten der Äußerungen wird es dem Informanten bzw. Diskussionsteilnehmer erst ermöglicht, sich auch über private Dinge zu äußern ohne befürchten zu müssen, daß der Bezug zur Identität hergestellt werden kann und dadurch Nachteile entstehen. Siehe auch: Paranoia.htm

5. Unerheblichkeit der Identität

iemand käme wohl auf die Idee, jeden zufälligen Kommunikationspartner nach dem Namen zu fragen. Für die Unterhaltung über das Wetter oder die Frage nach dem Weg in einer fremden Stadt aber auch für jeden anderen belanglosen Wissens- oder Meinungsaustausch ist die Identiät der Kommunikationspartner absolut unerheblich. Die Frage nach dem Namen würde wohl eher Mißtrauen erwecken als das Vertrauen fördern. Das liegt daran, dass anonyme Vorgänge im Alltag eher die Regel als die Ausnahme darstellen.

6. problematischer Name

s gibt Menschen, die mit ihrem bürgerlichen Namen Probleme haben und sich deshalb dafür entscheiden, in der Öffentlichkeit unter einem selbst gewählten Namen aufzutreten. Mögliche Gründe dafür könnten z.B. sein:

  • Namensgleichheit und Verwechslungsgefahr mit unbeliebten Personen
  • Namensgleichheit mit zu vielen Personen (Beispiel: Hans Schmitt)
  • Namen, die regelmäßig zu Spott, Hohn oder Hänseleien führen und eine normale Kommunikation nicht zulassen
  • Namen, die dem Namensträger nicht gefallen
  • ausländisch klingende oder schwer auszusprechende Namen
    (Beispiel:Walter Matuschanskavasky alias Walter Matthau)

7. Normalität

hne daß es uns bewußt wäre, ist die Anonymität der Ausgangs- und Normalzustand in der Kommunikation mit fremden Menschen. So gibt wohl kaum jemanden, der sich in seiner Eigenschaft als Privatperson mit einem Namensschild an die Öffentlichkeit begibt. Damit behalten wir uns das Recht (siehe auch: informationelle Selbstbestimmung)  vor, selbst darüber zu entscheiden, wem wir unsere Identität zu welchem Anlaß preisgeben. Wo die Identität nicht von Bedeutung ist, geben wir sie i.d.R. auch nicht ungefragt preis. So z.B. beim Einkaufen im Supermarkt oder beim Bushaltestellengespräch über das Wetter (siehe Punkt 5: Unerheblichkeit der Identität).
Die Entscheidung, ob wir unsere Identität preis geben, wird oft unbewußt gefällt. Dabei findet eine Abwägung darüber statt, ob die Preisgabe der Identität eher von Nachteil sein wird, z.B. gegenüber einem Versicherungsvertreter, oder ob wir uns Vorteile davon versprechen wenn wir bspw. zufällig die Bekanntschaft einer einflußreichen Persönlichkeit machen.

Wo wir unsere Identität trotz ihrer Unerheblichkeit offenbaren, etwa aus Gründen der Höflichkeit, tun wir auch das niemals, ohne daß vorher eine solche Abwägung stattgefunden hat. In normalen Alltagssituationen meist mit dem Ergebnis, daß die Preisgabe weder mit Vor- noch mit Nachteilen behaftet sein wird. Wer hingegen seine Identität aufgrund ihrer Unerheblichkeit verschweigt, hat zumindest unbewußt, im Falle des schriftlichen Mediums Usenet oft sehr bewußt entschieden.

Lesen Sie zu diesem Thema hier einen Beitrag aus der Newsgroup de.soc.netzkultur.umgangsformen

     

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www.datenschutzzentrum.de
Oliver Ding's Realname FAQ
Pseudonym: Vor- und Nachteile Englisch
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik [Archiv]

Homepage Köhntopp

 Daraus mit freundlicher Genehmigung im Archiv: 

Begriffsbestimmung Anonymität / Pseudonymität [36 KB]
Pseudonymität: Technik und Recht [280 KB]
Identitätsmanagement: Anforderungen aus Nutzersicht [155 KB]

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