de.newusers.questions

as Usenet ist keine geschlossene Gesellschaft, sondern eine offene Gruppe. Es stoßen unentwegt neue Teilnehmer hinzu. Speziell für diese neuen Nutzer wurden Newsgroups eingerichtet, in denen sie sich über dieses Kommunikationsmedium informieren können (de.newusers.infos) und wo sie ihre Fragen stellen können (de.newusers.questions).

Die Gruppe de.newusers.questions (kurz dnq) ist seit April 2002 eine sog. moderierte Gruppe, d.h. sowohl die Fragen als auch die Antworten werden vor der Veröffentlichung einer inhaltlichen Prüfung unterzogen. Ursprüngliches Ziel der Moderation war es, kontroverse Diskussionen und Spam aus dieser Gruppe herauszuhalten, um die neuen User nicht mit verwirremden Grundsatzdiskussionen zu belasten.

Leider hat es sich zwischenzeitlich erwiesen, daß die Mitglieder der Moderation sich nicht auf die Prüfung beschränken, ob die eingereichten Artikel thematisch in die Gruppe passen. Die Macht, über Veröffentlichung oder Zurückweisung zu entscheiden hat - wie so oft - dazu geführt, daß konträre Meinungen und unliebsame Informationen systematisch und konsequent unterdrückt werden. Doch das nennt man eigentlich:

 Zensur  Form der Kontrollausübung und Überwachung von Veröffentlichungen und Meinungsäußerungen durch den Staat oder eine andere (nichtstaatliche) Institution. Zensur wird, vor allem in totalitären Staaten, als Machtmittel eingesetzt, um die Verbreitung nichtkonformer Meinungen zu verhindern. In solchen Staaten unterliegt das öffentliche Kommunikationssystem der staatlichen Kontrolle oder befindet sich in staatlichem Besitz.

Die Meinungs- und Redefreiheit ist eines unserer wohlbehütetsten Grundrechte und wir reagieren im allgemeinen sehr empfindlich, wenn uns dieses Recht ohne hinreichende Begründung versagt wird. Wen sollte es daher wundern, daß man lieber beschwichtigend von Moderation spricht (Euphemismus), obgleich genau das getan wird, was man eigentlich unter dem Terminus Zensur versteht, nämlich das Unterdrücken nichtkonformer Meinungen.

Euphemismus: (griech. euphemein = schönreden) Ein Ausdruck oder ein Wort, mit dem etwas Negatives (Schlimmes oder Unangenehmes) nur indirekt und dadurch schöner gesagt wird. Sprachliche Beschönigung, beschönigende Umschreibung. Z.B. Heimgehen statt Sterben.

er pseudonym schreibende Autoren ausdrücklich toleriert und sich öffentlich dazu bekennt, der vertritt eine solche Minderheitenmeinung und hat bei der derzeitigen Besetzung des Moderationsteams (Stand: 2003) wohl kaum eine Chance, in dnq Artikel zu veröffentlichen, die sich kritisch mit der Realnameempfehlung auseinandersetzen. Der Autor dieser Webseite konnte nach Einführung der Moderation noch einige Artikel veröffentlichen, ehe er auf die  Liste  der besonders zu prüfenden Autoren gesetzt wurde und fortan keinen einzigen Artikel entsprechenden Inhalts mehr veröffentlichen durfte.

 

Hier ein Beispiel:

Christoph Garbers meinte:

> BTW: Es wäre schön, wenn du dort, wo "Domberg" steht, deinen
> vollständigen Namen angeben würdest. Danke.

Hallo Domberg,

nichts und niemand hindert Dich daran, Christophs Wunsch nach der Angabe Deines vollständigen Namens nachzukommen. Wenn Du damit keine Probleme hast: Mach es so und lies nicht weiter!

Andererseits sei Dir mitgeteilt, daß das Thema Realname ein heißes Eisen im de-Usenet ist. Neueinsteiger werden meist sofort darauf geeicht, noch ehe sie sich gründlich mit den Vor- und Nachteilen auseinandergesetzt haben. Leider auch ausgerechnet in dieser NG. Eine nachträgliche Umentscheidung ist wegen spezifischer Merkmale in Deinen Headern meist nicht oder nur mit viel Auwfand möglich. Wenn Dich das Thema interessiert, kannst Du ja mal in news:de.soc.netzkultur.umgangsformen vorbeischauen. Dort wird das Thema sehr kontrovers diskutiert. Ich mache an dieser Stelle auch einen Fup2 dorthin, d.h., wenn Du auf diese Nachricht antwortest, geht Deine Antwort dorthin.

Weitere Informationen findest Du auf meiner Homepage: http://www.realname-diskussion.info oder auf der Seite von Oliver Ding, der eher die Opposition zu mir und meinen Gedanken vertritt: http://www.sockenseite.de/usenet/Realname-FAQ.html

x-post und FupTo news:de.soc.netzkultur.umgangsformen

Gruß Winfried

Das Moderationsteam:

Dein Artikel wurde nicht in de.newusers.questions veröffentlicht, da er Standpunkt gegen die "im de-Usenet gültigen Konventionen und Richtlinien/Empfehlungen" (Auszug aus der Charta) bezieht und damit Off-Topic ist.

uch wenn es dem Gedanken der freien Meinungsäußerung und damit unserer Werteordnung widerspricht, wäre es wohl nicht weiter schlimm, daß es vereinzelte Gruppen im de-Usenet gibt, in denen normabweichende Meinungen nicht veröffentlicht werden können. Das tragische im Fall dnq ist aber, daß ausgerechnet die Gruppe zensiert wird, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, blutigen Anfängern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und sie mit dem Usenet überhaupt erst vertraut zu machen.

Nun stellt sich aber die Frage, wie sich ein hilfesuchender Neueinsteiger in dnq eine unvoreingenommene Meinung hinsichtlich der Preisgabe seiner personenbezogenen Daten bilden soll, solange Realnameforderungen und -hinweise ungehindert veröffentlicht werden und kritische Stimmen, die auf die Nachteile der Angabe des Realnames hinweisen oder auch nur empfehlen, sich vor einer Entscheidung zu informieren, regelmäßig unterdrückt werden. Eine unvoreingenommene Meinung kann angesichts fehlender Informationen sicher nicht entstehen und es darf auch mit Recht bezweifelt werden, daß sich ein Neuling auf die Suche nach neutralen Informationsquellen machen wird, wenn er nicht einmal weiß, daß dnq nicht eine solche ist oder daß es überhaupt eine oppositionelle Meinung zur Realnameempfehlung gibt. So wird bei dem Neuling der Eindruck erweckt, die Realnameempfehlung sei unumstritten und es stünden nahezu alle Teilnehmer geschlossen hinter ihr. Schlimmer ist jedoch der Umstand, daß dem Neueinsteiger ausgerechnet in der Gruppe, die ihm Hilfe verspricht, vorsätzlich die Kehrseite der Realnamensangabe verschwiegen wird. Daß diese einseitige und unvollständige Bereitstellung von Informationen ausdrücklich gewollt ist, läßt sich der Charta der Gruppe dnq entnehmen (Textmarker):

 Die Charta von de.newusers.questions: 

Falls Du Fragen zum Medium "Usenet" hast, dann stelle sie in dieser Gruppe. Hier lesen viele erfahrene Nutzer mit, die gerne bereit sind, deine Fragen zu beantworten.

Bei Fragen zu oder Problemen mit der Bedienung Deiner Newssoftware solltest Du zunächst in der passenden Spezialgruppe fragen. Vergiss bei solchen Fragen bitte nicht anzugeben, um welche Software unter welchem Betriebssystem es sich handelt.

Es ist gut, wenn Du einen Blick in de.newusers.infos wirfst, bevor Du deine Frage postest. Dort werden regelmäßig Standardtexte veröffentlicht, die kompetent die häufigsten Fragen beantworten.

In dnq sollten Fragen gemäß den im de-Usenet gültigen Konventionen und Richtlinien/Empfehlungen beantwortet werden. Über Sinn und Zweck sowie Änderung dieser Regeln sollte in geeigneteren Gruppen diskutiert werden.

(Stand: 06/2003)

nsbesondere der letzte Absatz wird von der Moderation als Legitimation angesehen, die Beantwortung der Fragen durch Normabweichler zu unterbinden. Einmal abgesehen davon, daß die Charta hier schon vom Ansatz her falsch formuliert ist, denn sie steht im krassen Widerspruch zum Grundgedanken der Redefreiheit des Usenet, scheint sich der Moderation auch nicht die tatsächliche Bedeutung des Wortes  sollte  zu erschließen.

Es ist denkbar und wäre wünschenswert, daß sich die Moderation von dnq angesichts der hier öffentlich geäußerten Kritik auf ihre eigentliche Aufgabe besinnt und es fortan unterläßt, unbequeme Meinungen zu unterdrücken. Sollten Sie als Leser also künftig feststellen, daß in dnq durchaus kritische Stellungnahmen zu lesen sind, so betrachten Sie diese Webseite als Mahnmal.

Im übrigen stellt diese Webseite keine Retourkutsche gegen die Moderatoren wegen irgendwelchen abgelehnten Artikel dar. Die Seite realname-diskussion.info wäre jedoch sicher nicht vollständig, würde sie die systematische Vorenthaltung von Meinungen und Informationen ausgerechnet gegenüber den noch leicht beeinflußbaren Neuen im Netz nicht dokumentieren.

 
 

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