Last-modified: 2003-11-13
  URL: http://www.schule.afaik.de
  ____________________________________________________________

  Inhaltsverzeichnis:

  1.      Einleitung
  1.1.    Vorwort
  1.2.    Verfügbarkeit
  1.3.    Änderungen
  2.      Grundlagen
  2.1.    Technische Grundlagen
  2.2.    Soziale Grundlagen
  2.3.    Terminologie
  3.      Inhaltliche Gestaltung von Artikeln
  3.1.    Da ist ein Mensch auf der anderen Seite!
  3.2.    Das Netz als Wissensressource
  3.3.    Deine Artikel sprechen für Dich
  3.4.    Vorsicht mit Humor und Sarkasmus
  3.5.    Die besonderen Umstände von schule.*
  3.6.    Wenn es zu spät ist...
  3.7.    Artikellänge
  3.8.    Du oder Sie?
  4.      Auswahl der richtigen Newsgroup
  4.1.    Auswahlkriterien
  4.2.    Crosspostings, Followup-To:
  4.3.    Testnewsgroups
  5.      Formale Gestaltung von Artikeln
  5.1.    Ortho- und Typographie
  5.2.    Zeilenlänge
  5.3.    Umlaute und andere Nicht-ASCII-Zeichen
  5.4.    rot13 und die ^L-Konvention
  5.5.    Die Auswahl eines Betreffs
  5.6.    Echte Namen, bitte
  6.      Besonderheiten bei Followups
  6.1.    Die Anpassung des Subjects
  6.2.    Zitieren, aber richtig
  6.3.    Antworten per E-Mail
  6.4.    Die Methode der Zusammenfassung
  6.5.    Keep cool
  7.      Unerwünschtes
  7.1.    Kommerzielles
  7.2.    Große Artikel in Diskussionsgroups
  7.3.    HTML in Postings
  7.4.    Überlange Signaturen
  7.5.    Zitate aus E-Mail
  7.6.    Spam und Kettenbriefe
  7.7.    Spam löschen - Fremdcancel
  7.8.    Falsche E-Mail-Adressen
  8.      Anhang
  8.1.    Weitere Informationsquellen
  8.2.    Glossar
  8.3.    Danksagungen
  ______________________________________________________________________

  1.  Einleitung

  1.1.  Vorwort

  Willkommen in den schule.*-Newsgroups!

  Dieser Text soll eine Einführung und Netiquette für die Benutzerinnen
  und Benutzer der schule.*-Newsgroups sein. Aber was ist das, eine
  Netiquette?

  Das Wort ist aus Netz und Etiquette zusammengesetzt, und genau wie die
  (ungeschriebenen) Regeln der Etiquette des normalen menschlichen
  Zusammenlebens beschreibt eine Netiquette keine einklagbaren und
  strafbewehrten Gesetze, sondern "nur" Regeln der Höflichkeit und des
  guten Geschmacks.

  Entsprechend verhält es sich mit dem Anspruch dieses Textes: Er
  erzwingt und befiehlt nichts, sondern legt nur nahe (mal mehr und mal
  weniger nachdrücklich). Es obliegt der Vernunft jedes Einzelnen,
  daraus Maßstäbe für das eigene Verhalten zu machen.

  Ganz unverbindlich ist eine Netiquette aber auch wieder nicht: Manche
  Teile beschreiben schlicht die Realität, andere Teile entspringen
  objektiven Notwendigkeiten. Insbesondere aber ist sie ein Leitfaden,
  wie man möglichst harmonisch mit dem Rest des Netzes zurecht kommt.
  Hier schließt sich wieder der Kreis zur Etiquette des Alltags: Wer sie
  vollkommen missachtet, wird vom Zusammenleben mit seiner Umwelt nicht
  viel haben.

  1.2.  Verfügbarkeit

  Dieser Text wird am 20. jedes Monats in schule.allgemein, schule.admin
  und schule.schueler.forum gepostet. Die Netiquette ist auch im WWW unter

  

  in verschiedenen Formaten (HTML, dvi, Postscript) verfügbar (zu der
  Notation der Netzadresse siehe Eintrag URL im Abschnitt 8.2).
  
  Wer neu im Netz ist, kann natürlich nicht wissen, dass es einen Text
  wie diesen überhaupt gibt. Deshalb werden Systemadministratoren, die
  neuen Nutzern Zugang geben oder neue Systeme anschließen, gebeten,
  diesen Text (und vergleichbare Texte für andere Newsgroup-Hierarchien)
  gleich automatisch mitzuliefern und die neu Angeschlossenen zum
  Durchlesen anzuhalten.

  1.3.  Änderungen

  Änderungen an der Netiquette werden gleichzeitig mit dieser als
  eigenes Posting unter dem Betreff "Aenderungen an der Netiquette" in
  schule.allgemein im GNU-diff-Format veröffentlicht. Ein Minuszeichen
  am Anfang einer Zeile bedeutet dabei, dass diese entfernt, ein
  Pluszeichen, dass diese der Netiquette hinzugefügt wurde.

  2.  Grundlagen

  2.1.  Technische Grundlagen

  Das ODS mit seinen schule.*-Diskussionsforen und alle ähnlichen Netze
  für öffentliche Nachrichten (Usenet, Z-Netz, FIDO, die anderen
  Schulnetze) funktionieren im Prinzip gleich:

  Gegeben sei eine Menge vereinzelter Computer an Schulen, bei
  Privatleuten, in Firmen, Forschungseinrichtungen und wo auch immer.
  Jeder dieser Rechner ist mit der Möglichkeit ausgestattet, mit anderen
  Rechnern in Verbindung zu treten. Möchte nun ein Benutzer eines dieser
  Computer den Benutzern aller anderen auf elektronischem Wege etwas
  mitteilen, müsste -- so möchte man meinen -- sein Rechner mit jedem
  anderen Computer einzeln Kontakt aufnehmen und die fragliche Nachricht
  übermitteln. Das ist offensichtlich nicht sehr effizient, wenn man
  tausende oder hunderttausende von Teilnehmern und ein Vielfaches an
  Nachrichten hat.

  Die bessere Alternative ist es, zwischen den Rechnern ein _Netz_ von
  Verbindungen zu schaffen. Das heißt, jeder einzelne Computer (Knoten
  im Netz) hat nur noch zu wenigen "Nachbarknoten" eine Verbindung
  (einen Faden, um im Bild des Netzes zu bleiben). Da aber jeder
  Nachbarrechner wiederum neue Nachbarn hat, an die er hereinkommende
  Nachrichten weiterverteilt, kann die Nachricht indirekt ans Ziel
  gelangen, so ähnlich wie sich Klatsch und Tratsch von einem zum
  nächsten herumsprechen (nur etwas organisierter).

  Auf diese Weise kann nun jeder Benutzer an einem Rechner im Netz
  Nachrichten schreiben, die über kurz oder lang auf jedem anderen
  Rechner im Netz auftauchen. Im Gegenzug kann er alle Nachrichten
  lesen, die irgend jemand anders in dieses Netz eingespeist hat und die
  deswegen früher oder später auf seinem Computer eingetroffen sind.

  Nun geben wir diesem Netz noch etwas Struktur:

  Erstmal verpassen wir jedem Rechner einen eindeutigen Namen. Dann
  vergeben wir für die Benutzer auf jedem Rechner eindeutige Namen.
  Jeder Mensch im Netz hat also einen "Netznamen" (Adresse) bestehend
  aus Benutzername plus Rechnername. (Dadurch wird es möglich, nicht nur
  allgemeine Nachrichten, sondern auch Nachrichten an einen Einzelnen zu
  schreiben.)

  Dann bringen wir etwas Ordnung in den Wust der Nachrichten: Wir teilen
  das Netz in thematisch unterschiedliche Diskussionsforen ein, und jede
  Nachricht wird vom Autor einem bestimmten Forum zugeordnet. So kann
  ein Rechner eintreffende Nachrichten in die Foren einsortieren, um sie
  seinem Benutzter übersichtlich, nach Themen geordnet zu präsentieren.

  Weiterhin versehen wir jede Nachricht mit einem Betreff, dem
  Absendedatum und der Absenderangabe. All diese Informationen
  (Absender, Datum, Betreff, Forum u.v.a.m.) bilden den Kopf (Header)
  der Nachricht, der eigentliche Text bildet ihren Körper (Body).

  Das ist -- pauschalisiert betrachtet -- alles, was die Technik dem
  Mensch im Netz zur Verfügung stellt. Alles andere ist nur eine Frage
  der Nutzung dieser Möglichkeiten, und darum geht es auch im Rest
  dieses Textes.

  2.2.  Soziale Grundlagen

  Aus der in Kapitel 2.1 beschriebenen Technik ergeben sich gewisse
  Rahmenbedingungen für das Zusammenleben im Netz:

  ·  Dezentrale Kostenentstehung

     Wenn Du selbst ein Flugblatt erstellst und vertreibst, trägst Du
     alle Kosten. Deshalb ist es OK, wenn Du auf einem Flugblatt im
     Rahmen der allgemeinen Gesetze schreibst, was immer Du sagen
     willst.

     Wenn Du aber im Netz eine Nachricht absetzt, dann trägt den
     Großteil der für ihren Transport nötigen Kosten die Masse der
     anderen Leute und Organisationen im Netz, die sich die Nachrichten
     auf eigene Kosten holen und weiterverteilen, nicht Du selbst.
     Deswegen gilt:

       Frage nicht, ob Dich interessiert, was Du da schreibst;
       frage Dich, ob es die Menschen im Netz interessiert!

  ·  Dezentrale Verantwortung

     Für den Inhalt einer Zeitung ist ihre Redaktion als zentrales
     Gremium verantwortlich. Für den Inhalt des Netzes ist aber niemand
     insgesamt verantwortlich, sondern jeder einzelne Autor einer
     Nachricht trägt die volle Verantwortung für das, was er schreibt.

     Das bedeutet aber nicht, dass nur Du eventuelle Folgen Deiner
     Artikel zu tragen hättest. Negative Folgen können immer auch das
     Netz als Ganzes oder Deinen Netzzugang betreffen. Nur
     verantwortlich bist Du eben ganz alleine, auch für die Folgen für
     andere.

     Bezüglich des Lesens von Nachrichten im Netz bedeutet es, dass
     niemand geprüft hat, ob die Dir vorgesetzte Meinung ernst gemeint
     oder sinnvoll ist. Die Qualität der Nachrichten im Netz ist sehr
     schwankend. Sei kritisch, aber sei auch bereit, Neues zu lernen und
     Fremdes zu akzeptieren.

  2.3.  Terminologie

  Wie jeder Bereich menschlichen Schaffens hat auch das Netz seine
  eigene Fachsprache. Umfangreichere Informationen dazu finden sich in
  den Abschnitten 8.1 und 8.2.  Ein paar Grundbegriffe, die im weiteren
  Text gebraucht werden, sollen hier schon geklärt werden:

  Für die in 2.1 in allgemeinverständlichen Worten umschriebenen
  Handlungen, Dinge und Abstrakta gibt es Fachbegriffe, die man kennen
  sollte, um Mißverständnisse zu vermeiden:
  
       Umschreibung      | Fachbegriff
       ------------------+-----------
       Nachricht an ei-  | E-Mail,
       nen Benutzer      | Mail, PM
       ------------------+-----------
       Forum f. oeffent- | Newsgroup,
       liche Nachrichten | Gruppe
       ------------------+-----------
       Eine Nachricht    | Artikel,
       darin             | Posting
       ------------------+-----------
       Eine oeffentliche | Followup
       Antwort darauf    |
       ------------------+-----------
       Eine private Ant- | Reply
       wort an den Autor |
       ------------------+-----------
       Gesamtheit der    | News
       oeff. Nachrichten |
       ------------------+-----------
       Rechner im Netz   | Site, Host

       
  Eine Newsgroup-Hierarchie ist übrigens eine Menge von Newsgroups,
  deren Namen vor dem ersten Punkt alle den gleichen Namensbestandteil
  haben. Z.B.  eben schule.*, wobei der Stern dafür steht: "Setze
  irgendetwas ein".
  

  3.  Inhaltliche Gestaltung von Artikeln

  3.1.  Da ist ein Mensch auf der anderen Seite!

  Es ist eigentlich offensichtlich, aber man vergisst es leider zu
  leicht: Auch bei Kommunikation über elektronische Medien hat man es
  mit einem Menschen aus Fleisch und Blut und mit eigener Persönlichkeit
  zu tun.  Wenn man alleine vor seinem Computer sitzt, ist man leider
  manchmal enthemmt genug, Dinge zu schreiben, die den
  Kommunikationspartner verletzen oder beleidigen.

  Eine gute Faustregel ist:

       Schreibe nichts im Netz, was Du dem anderen nicht auch guten
       Gewissens ins Gesicht sagen könntest, bzw. was Du nicht
       guten Gewissens in seiner Gegenwart in der Öffentlichkeit
       sagen würdest.

  Wenn Du über eine Unverschämtheit im Netz sehr verärgert bist,
  reagiere nicht sofort mit einer noch größeren Unverschämtheit, sondern
  hol tief Luft, trink eine Tasse Tee, überlege, ob nicht vielleicht ein
  Missverständnis vorliegt, dann reagiere gelassen und selbstbewusst.

  3.2.  Das Netz als Wissensressource

  Das Netz ist in gewisser Weise eine Informationsquelle, aber eine ganz
  besondere: Es basiert auf der unvergoltenen Hilfsbereitschaft anderer,
  nämlich derjenigen, die antworten. Wenn man sich dies klar macht,
  folgt automatisch:

       Frage nichts im Netz, was Du genau so gut mit ein bisschen
       Anstrengung selbst herausfinden könntest.

  Wenn Du eine Frage stellst, sei präzise, um Verwirrung beim Leser,
  Rückfragerei und Missverständnisse zu vermeiden. Denke daran, dass der
  Leser nicht wissen kann, welchen Computer Du benutzt, wie Du am Netz
  hängst, wo Du wohnst oder was auch immer für die Antwort wichtig sein
  könnte.

  Je komplexer eine Frage ist, um so geringer ist die Chance, dass sich
  jemand die Mühe macht, eine ausführliche Antwort zu schreiben. Da
  liefert ein Besuch der Schulbibliothek oder einer Bücherei in der
  Regel die besseren Ergebnisse.

  Übrigens: Nützlichkeit lebt vom Mitmachen! Das Netz funktioniert als
  Wissensbasis um so besser, je mehr Leute ihr Wissen beisteuern. Also
  frag und lies nicht nur, sondern beantworte auch selbst die Fragen
  anderer.

  3.3.  Deine Artikel sprechen für Dich

  Die allermeisten Leute im Netz kennen Dich nicht aus der Realität,
  sondern nur aus Deinen Artikeln. Sie sind der einzige Anhaltspunkt,
  mit dem man sich eine Meinung über Dich bildet. Ein Artikel, der für
  persönliche Bekannte nach einem netten Scherz aussieht, stempelt Dich
  bei Leuten, die Dich nicht kennen, womöglich zum Idioten.

  Deshalb:

       Investiere Sorgfalt in Deine Artikel.

  Das betrifft gerade auch die formale Gestaltung (Kapitel 5).

  Es mag auf den ersten Blick albern und wenig selbstbewusst erscheinen,
  aber es ist nicht falsch, sich seine Artikel vor dem endgültigen
  Losschicken noch einmal durchzulesen und ggf. zu korrigieren. Denn der
  Eindruck, viel unausgegorenes Zeug von sich zu geben, ist noch viel
  peinlicher.

  3.4.  Vorsicht mit Humor und Sarkasmus

  Beim normalen Gespräch vermitteln Stimmlage und Mimik viele
  Informationen, die beim reinen Lesen eines Textes verloren gehen.
  Deswegen könnte im Netz eine ironische oder sarkastische Bemerkung als
  absolut ernst missverstanden werden. Stelle sicher, dass dies nicht
  passieren kann.

  Als Hinweis an den Leser kann man sogenannte "Emoticons" oder
  "Smileys" verwenden. Der Bekannteste ist dieser hier:

       :-)

  Er zeigt ein lächelndes Gesicht. Neige Deinen Kopf 90 Grad nach links,
  falls Du das nicht auf Anhieb erkennst.

  Es gibt viele Variationen dieses Smileys, eine einheitliche
  Interpretation ihrer Bedeutungen aber nicht. Auf jeden Fall deutet ein
  Smiley etwas in der Art von "Dies war witzig gemeint", "Bitte nicht zu
  ernst nehmen" oder "Diese Kritik ist ernst, aber nicht böse gemeint"
  an.

  3.5.  Die besonderen Umstände von schule.*

  schule.*-Newsgroups sollen einen Inhalt haben, der sie für das
  Anbieten und den Einsatz an Schulen geeignet macht. Dies verpflichtet
  alle Teilnehmer an schule.* zumindest moralisch, keine Artikel
  abzulassen, die dies gefährden.

  Bitte halte Dich daran. Sieh davon ab, in schule.* Themen anzureißen,
  die sich weit außerhalb des allgemeinen gesellschaftlichen Konsenses
  befinden (sei es im Bezug auf Drogen, Sex, Politik, etc.). Irgendwo
  könnte ein Lehrer, der seiner Schule dieses Medium (was Dir als
  Teilnehmer ja hoffentlich am Herzen liegt) nähergebracht hat, mit
  Deinem Artikel als Vorwand von einem Kollegen, Vorgesetzten oder
  aufgebrachten Eltern damit in die Pfanne gehauen werden. Oder ein
  jüngerer Schüler könnte auf dumme Ideen gebracht werden.

  Für brisante Themen gibt es in anderen Newsgroup-Hierarchien (de.*, z-
  netz.*, das internationale Usenet) genug Foren.

  Artikel, die Gesetzesverstöße darstellen, verbieten sich erst recht.
  Das Netz ist kein rechtsfreier Raum. Du bist juristisch und in jeder
  anderen Hinsicht voll verantwortlich für den Inhalt Deiner Artikel!

  3.6.  Wenn es zu spät ist...

  Falls Dir erst nach dem Posten eines Artikels einfällt, dass Du ihn
  besser doch nicht geschrieben hättest, muss es noch nicht zu spät
  sein. Mit den meisten Newsreadern kannst Du problemlos eigene
  Artikel canceln. Technisch gesehen ist der Cancel ein zweites
  Posting, das die Newsserver anweist, das erste zu löschen. Doch
  nicht jeder Server hält sich daran; insbesondere ist es möglich, daß
  Dein Artikel noch in Archiven im WWW abrufbar ist.

  Alternativ kannst Du einem Artikel eine Entschuldigung
  hinterherschicken (sicherheitshalber vielleicht als Ergänzung zu einem
  Cancel). Das ist zwar nicht optimal, aber besser als nichts.

  Fremde Artikel zu canceln ist so ziemlich das schlimmste Vergehen,
  dessen man sich im Usenet schuldig machen kann. Warum es manchmal
  doch toleriert wird, kannst Du in Abschnitt 7.7 nachlesen.

  3.7.  Artikellänge

  Die Zeit der meisten Newsleser ist knapp. Deshalb überlegen sie sich
  in der Regel dreimal, ob sie einen wirklich langen Artikel überhaupt
  oder zumindest zu Ende lesen. Versuche daher, Dich kurz zu fassen und
  dennoch präzise zu bleiben. Schließlich ist es in Deinem Sinne,
  möglichst viele Leser zu erreichen.

  Vermeide insbesondere, beim Beantworten anderer Nachrichten zu viel
  von ihnen zu zitieren, vgl. 6.2 für Details.

  Hinzu kommt, dass lange Artikel in der Übertragung natürlich teurer
  sind als kurze. Hier greift die in Kapitel 2 beschriebene Rücksicht
  auf das Netz als Ganzes.

  3.8.  Du oder Sie?

  Traditionell wird im Netz geduzt. Zur Eingewöhnung habe ich mir diese
  Freiheit für diesen Text schon herausgenommen. ;-)

  Im schulischen Kontext ist das etwas heikel, weil beispielsweise
  Lehrer von Schülern stets ein "Sie" erwarten und sich auch Lehrer
  untereinander nicht zwangsläufig duzen.

  Es sollte sich niemand von einem "Du" angegriffen fühlen. Es ist
  einfach üblich, kein Zeichen von Respektlosigkeit. Die meisten
  Menschen in den News wären über ein "Sie" sogar ziemlich erstaunt,
  manchmal sogar verunsichert (weil es ungewohnte Distanz signalisiert).

  Wenn Du jemanden aus dem wirklichen Leben kennst und siezt (z.B.
  Deinen Lehrer oder Vorgesetzten), ist es wohl besser, dies bis auf
  Weiteres auch im Netz beizubehalten. Wenn Du jemanden im Netz
  kennenlernst, habe ruhig den Mut zum "Du". Nur wenn er Dich weiterhin
  siezt, solltest Du Dich anpassen, um nicht unhöflich zu wirken.

  Hier sind alle Teilnehmer gefragt, das Medium Usenet in ihr soziales
  Umfeld zu integrieren und dabei mit Feingefühl und Toleranz zu Werke
  zu gehen.

  4.  Auswahl der richtigen Newsgroup

  4.1.  Auswahlkriterien

  Das Netz ist in verschiedene Themenbereiche, Newsgroups eben,
  gegliedert. Die Wahl der richtigen Newsgroup fürs Posten eines
  Artikels ist keine Formsache, sondern ein entscheidender Akt der
  Höflichkeit gegenüber dem Leser und zur Lesbarhaltung der News.
  Schließlich hat niemand Zeit, alle Newsgroups zu lesen, sondern die
  Unterteilung in Newsgroups ist ein wichtiges und nötiges Instrument,
  genau die Artikel zu finden, die man interessant findet.

  Auswahlkriterien für die Newsgroup sind:

  ·  Sollte ich *überhaupt* in den News posten?

     Mitteilungen, die im Endeffekt nur einen Einzelnen oder eine ganz
     kleine Gruppe von Menschen betreffen, sollte man per E-Mail
     verschicken. Hierzu die Zeit und Rechnerkapazitäten von
     möglicherweise Tausenden von Lesern zu verschwenden, wäre schlicht
     unverschämt.

     Außerdem sind bestimmte Inhalte von Artikeln unerwünscht. Siehe
     dazu Kapitel 7.

  ·  Räumliche Verteilung

     schule.* wird deutschlandweit und darüber hinaus verteilt. Artikel
     von nur regionaler Bedeutung sind daher unangemessen. "Verkaufe
     Oszilloskop an Selbstabholer (Raum Berlin)" interessiert in Köln,
     Hamburg, Stuttgart *niemanden*.

     Es gibt Newshierarchien, die nur regional, in einem Bundesland oder
     nur an einer einzigen Schule verteilt werden. In ihnen sind solche
     Themen besser aufgehoben. Nutze sie.

  ·  Schulbezug

     Wer auf seinem Rechner neben schule.* noch andere Newsgroup-
     Hierarchien zur Verfügung hat, sollte überlegen, inwieweit sein
     Anliegen speziellen Schulbezug hat. Beispielsweise sind technische
     Probleme mit dem Computer in de.comp.* besser aufgehoben als in
     schule.informatik.allgemein.

  ·  Thema der Newsgroup

     Dieser letzte Punkt ist eigentlich der wichtigste: Jede Newsgroup
     hat ihr spezielles Thema, und Artikel, die off-topic (am Thema
     vorbei) sind, sind ein grober Fauxpas. (Wie das in der Schule auch
     ist: "Thema verfehlt, fünf, setzen".)

     Ebenso sind keine Fragen erwünscht, die in der FAQ (vgl. 8.2) der
     Newsgroup schon beantwortet worden sind.

     Eine Liste der Themen der Groups von schule.* wird monatlich in
     schule.admin unter dem Betreff "Liste der Newsgruppen" gepostet.
     Für andere Newsgroup-Hierarchien existieren häufig entsprechende
     Listen. Man sollte diese vor dem Posten studieren!

  Man soll eine Newsgroup einige Zeit lang "anlesen", bevor man in sie
  postet, um sich mit den in ihr herrschenden Gebräuchen bekannt zu
  machen und nicht Fragen aufzuwerfen, die gerade kurze Zeit vorher
  beantwortet worden sind.

  4.2.  Crosspostings, Followup-To:

  Man kann einen Artikel in mehr als eine Gruppe posten, und zwar auf
  zwei verschiedene Weisen:

  ·  Man postet in jede Newsgroup eine eigene Kopie. Das nennt sich
     Multi- oder Mehrfachposting. (Siehe auch unter "Spam" in 7.6 und
     8.2.)

  ·  Man postet ihn einmal und gibt dabei mehrere Newsgroups als
     Adressaten an. Das nennt sich Crossposting. (Von FIDO-Systemen aus
     kann man nicht crossposten.)

  Multiposting ist eine ausgesprochen schlechte Methode. Da jede Kopie
  des Artikels technisch einen selbständigen Artikel darstellt, wird der
  Artikel mehrfach übertragen und auf jedem System mehrfach gespeichert.
  Außerdem taucht er beim Benutzer mehrmals im Newsreader auf, weil der
  Newsreader keine Chance hat, einen Zusammenhang zwischen den
  verschiedenen Exemplaren des Artikels herzustellen. Multipostings
  verschwenden also Zeit und Geld der anderen Netzteilnehmer. Daher sind
  sie zu vermeiden.

  Crosspostings sind besser; sie haben alle oben dargestellten Nachteile
  nicht (zwangsläufig). Aber auch sie sind nicht unkritisch:

  Crosspostings sind selten wirklich notwendig, denn die meisten Fragen
  treffen nur das Thema einer Newsgroup genau. Wer beispielsweise eine
  Frage zu einer physikalischen Berechnung hat, postet an schule.natwis.
  Gleichzeitig noch nach schule.mathe ("Hat doch was mit Rechnen zu
  tun") und schule.informatik ("Das könnte man doch auch mit einem
  Computer ausrechnen") crosszuposten, verkennt die eigentlichen Themen
  dieser Newsgroups.

  Crosspostings über die Grenzen einer Newsgroup-Hierarchie hinweg
  können zu Irritationen führen, weil in verschiedenen Newsgroup-
  Hierarchien verschiedene Gepflogenheiten gelten. Dies gilt für
  schule.* wegen der in 3.5 dargestellten Umstände ganz besonders.

  Auf die meisten Artikel gibt es Followups. Damit bei Crosspostings
  nicht auch noch die nachfolgende Diskussion mehrere Gruppen füllt,
  sollten Crossposter die Diskussion über ihre Artikel unbedingt in
  eine einzelne Newsgroup umleiten. Hierzu dient im Usenet der Header
  Followup-To:, von mancher Software auch "Diskussion in" o.ä.
  genannt.

  Um auch wirklich eine zusammenhängende und nicht über verschiedene
  Gruppen aufgefasterte Diskussion zu erreichen, sollten Antwortende
  sich an diese Umleitung halten.

  Exzessive Crosspostings, insbesonde ohne Followup-To, sind
  Netzmißbrauch!

  4.3.  Testnewsgroups

  Wenn Du testen möchtest, ob Deine Artikel korrekt in die Welt hinaus
  gehen, belästige keine normale Newsgroup, sondern nutze eine *.test-
  Newsgroup. In schule.* ist das schule.test.

  Wenn Deine E-Mail-Adresse korrekt in Deinen Newsartikeln steht, Deine
  E-Mail-Anbindung funktioniert und Dein Artikel korrekt ins Netz
  gelangt ist, wirst Du dann von verschiedenen Reflektoren im Netz eine
  Empfangsbestätigung für Deinen Artikel erhalten. Poste keine normalen
  Artikel in Testgroups, eben wegen dieser (im Normalfall nervenden)
  Antworten. Möchtest Du keine Antworten, schreibe "no reply" und
  "please ignore" in Deinen Testartikel.

  Es besteht wegen der automatischen Reflektoren normalerweise kein
  Grund, Artikel in schule.test manuell zu beantworten.

  Es gibt bereits viele, gut funktionierende Reflektoren. Nur erfahrene
  Newsadmins sollten Reflektoren betreiben, da ein verrückt spielender
  Reflektor große Probleme bereiten kann.

  5.  Formale Gestaltung von Artikeln

  5.1.  Ortho- und Typographie

  Es mag besonders für Schüler unglaublich spießig und provokant
  klingen, aber:

       Achte auf ein Mindestmaß an Korrektheit in Rechtschreibung
       und Zeichensetzung in Deinen Artikeln, und achte auf eine
       übersichtliche äußere Form.

  Deinen Artikel lesen vielleicht Tausende von Leuten. Sie alle stolpern
  über wirre Sätze oder misslungene Rechtschreibung. Es ist eine Frage
  der Fairness, Deinen Lesern das Lesen zu erleichtern. Außerdem würde
  es die Lust der Lesenden erheblich senken, auf Deine Fragen oder
  Hinweise einzugehen, wenn sie sich erst mühevoll erarbeiten müssen,
  was Du überhaupt gemeint haben könntest.

  Denke bei aus Textzeichen zusammengesetzten Grafiken ("ASCII art")
  daran, dass Du die Software der anderen nicht kennst. Linien,
  Tabulatoren und andere Sonderzeichen können bei ihnen ganz anders als
  auf Deinem Bildschirm aussehen. Insbesondere solltest Du keinesfalls
  die nicht auf jedem Rechner bekannten BIOS-Blockgrafikzeichen
  verwenden (siehe 5.3).

  5.2.  Zeilenlänge

  Es ist Konvention, die Textzeilen eines Newsartikels auf etwa 70
  Zeichen Länge zu beschränken. Dies dient dazu, sicherzustellen, dass
  eine Textzeile auch mit Zitierzeichen (vgl. 6.2) und neben Elementen
  der Benutzeroberfläche noch auf den Bildschirm passt, wobei man die
  Bildschirmbreite zu 80 Zeichen annimmt, wie dies bei Text-only-
  Terminals, dem Textmodus von PC-Grafikkarten, etc.  üblich ist.

  Es gibt zwar Newsreader, die automatisch einen schönen Zeilenumbruch
  erzeugen, wenn man in einem Absatz überhaupt keine Zeilenenden
  einfügt, aber die meisten Newsreader werden dadurch heillos verwirrt.
  Daher wird gebeten, von solchen Methoden Abstand zu nehmen.

  Selbsttätig umbrechende Newsreader können auch ihrem eigenen Benutzer
  Probleme bereiten, nämlich wenn sie Tabellen o.ä. in einem Artikel wie
  Fließtext umzubrechen versuchen.

  5.3.  Umlaute und andere Nicht-ASCII-Zeichen

  Traditionell wird im Netz und von den meisten Computern der sogenannte
  ASCII-Zeichensatz verwendet. ASCII steht für American Standard Code
  for Information Interchange und ist ein 7 Bit breiter Zeichensatz. Er
  stellt Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern, das Leerzeichen,
  Steuerzeichen, das Doppelkreuz und folgende Sonderzeichen zur
  Verfügung:

       !"$%&'()*+,-./:;<=>?@[\]^_`{|}~

  Wenn Du auf Deinem Rechner weitere Zeichen (insbesondere Umlaute, das
  Eszett, Buchstaben mit Accent und Blockgrafikzeichen) erzeugen kannst,
  so liegt dies daran, dass eigentlich alle Hersteller von Computern den
  ASCII-Zeichensatz um zumindest einige solcher Zeichen erweitert haben.
  Aber leider nicht einheitlich! Deine solchen Zeichen sehen auf einem
  anderen Rechner wahrscheinlich ganz anders aus.

  Um dieses Problem zu lösen, können die meisten Newsreader im Header
  eines Artikels angeben, welche Methode sie verwenden, um Umlaute
  darzustellen. Im Header steht dann eine Zeile ähnlich der folgenden:

      Content-Type: text/plain; charset=ISO-8859-1
      Content-Transfer-Encoding: 8bit

  Das heißt, daß 8 Bit statt der oben genannten 7 Bit verwendet
  werden, um ein Zeichen darzustellen. Der hier gewählte Zeichensatz
  ist ISO-8859-1, der u.a. die deutschen Umlaute enthält, nicht jedoch
  das Euro-Symbol (das man in ISO-8859-15 findet).

  Wenn Dein Newsreader das nicht richtig macht, werden Umlaute bei
  anderen Nutzern allenfalls zufällig richtig dargestellt. Die meisten
  Newsreader sollten zwar mittlerweile dazu in der Lage sein, aber es
  kann nichts schaden, das noch einmal nachzuprüfen.

  Zu diesem Zweck schicke ein Posting nach schule.test und verwende dabei
  Umlaute im Subject (Betreff) und im Text! Außerdem sollte noch "check"
  im Subject stehen. Innerhalb einiger Minuten wird Dir in der Gruppe ein
  Bot antworten (als Followup - Du wirst allerdings auch Antworten als
  Reply bekommen, von den sogenannten Reflektoren). Er wird Dich darauf
  hinweisen, falls Deine Umlaute nicht korrekt kodiert wurden oder es
  andere Probleme mit Deinem Artikel gibt. Bitte folge in diesem Fall
  den Hinweisen des Bots und lies die Seiten, auf die er Dich verweist!
  
  Vergleichbare Rücksicht ist bezüglich der Steuerzeichen zu nehmen.
  Außer bei TAB (Tabulator, ASCII 9), FF (Form Feed, ASCII 12) (vgl.
  5.4) und Zeilenende ist ihre Wirkung nicht einheitlich und selten die
  gewünschte. Aber selbst TAB und FF werden auf einigen Systemen
  "missverstanden".

  Also: Keine anderen Steuerzeichen verwenden.

  5.4.  rot13 und die ^L-Konvention

  Manchmal will man verhindern, dass ein Leser eines Artikels an einer
  bestimmten Stelle einfach so weiterliest, z.B. wenn die Antwort auf
  eine Scherzfrage folgt. Dazu gibt es zwei Methoden:

     rot13:
        Der Name steht für "rotiere um 13 Stellen". Das ist eine ganz
        primitive Verschlüsselungsmethode, bei der jeder Buchstabe im
        Alphabet 13 Stellen weitergerückt wird, wobei man gedanklich
        nach Z wieder A folgen lässt. Die anderen Zeichen bleiben
        unverändert. Aus

          F: Wieviel Beine hat ein Tisch?
          A: Zwoelf. Zwei vorne, zwei hinten, zwei links, zwei rechts,
             eins an jeder Ecke.

        wird also

          F: Wieviel Beine hat ein Tisch?
          A: Mjbrys. Mjrv ibear, mjrv uvagra, mjrv yvaxf, mjrv erpugf,
             rvaf na wrqre Rpxr.

        Viele Newsreader haben eine eingebaute Entschlüsselungsfunktion
        für rot13. Das Praktische an rot13 ist, dass es seine eigene
        Umkehrung ist (weil 13 + 13 = 26 Stellen Verschiebung bei einem
        26 Buchstaben langen Alphabet nichts ändern). Aus der
        Einschränkung auf 26 Buchstaben folgt natürlich auch, dass
        Zahlen, Umlaute und Sonderzeichen nicht verschlüsselt werden.

     Die ^L-Konvention:
        ^L steht für das ASCII-Steuerzeichen Form Feed (12), was sich
        auf den meisten Systemen als Ctrl-L (bzw. Strg-L) eingeben
        lässt. (Das ^ (Caret) steht für Ctrl.) Dies fordert den
        Newsreader auf, schon an dieser Stelle auf einen Tastendruck des
        Benutzers zum Weiterscrollen (wie sonst am Seitenende) zu
        warten.

  Man muss jedoch damit rechnen, dass nicht jeder Newsreader rot13 und
  ^L unterstützt.

  5.5.  Die Auswahl eines Betreffs

  Ein Artikel soll ein aussagekräftiges Subject (Betreff) tragen, das
  dem Benutzer schon in der Artikelübersicht des Newsreaders erlaubt,
  abzuschätzen, ob ihn der Artikel interessieren wird. Außerdem sollte
  das Subject nicht zu lang sein, sonst ist es in der Artikelübersicht
  nicht mehr komplett lesbar.

  Beispiel: Wer Informationen über ein Referat zu Thomas Mann sucht,
  sollte als Subject "Suche Daten zu Th. Mann" oder etwas Vergleichbares
  verwenden, nicht jedoch "HIIILFE! Muss Referat schreiben...".

  5.6.  Echte Namen, bitte

  Dadurch, dass ein Newsartikel erstmal nur von einer E-Mail-Adresse
  kommt, hat er eine gewisse Anonymität. Leider verleitet das manche
  Leute dazu, unflätig oder aggressiv zu werden. Deswegen soll in
  schule.* (wie in de.*) jeder Artikel den echten, bürgerlichen Namen
  im From:-Header des Absenders tragen.

  Wenn die Adresse schon den vollen Namen enthält (zum Beispiel:
  johann_doe@kag.meckenh.nw.schule.de), ist es trotzdem gut, den
  Realnamen noch gesondert einzutragen, damit er gut erkennbar in der
  Artikelübersicht im Newsreader der Leser erscheint. Die Adressangabe
  sieht dann so aus:

       johann_doe@kag.meckenh.nw.schule.de (Johann Doe)

  oder auch so:

       Johann Doe 

  Wer Schrott verbreiten will, ohne dafür mit seinem Namen einzustehen,
  sollte das Netz und insbesondere schule.* ganz schnell wieder
  vergessen. Im übrigen ist es auch ohne Namensangabe sehr oft möglich,
  den Weg eines Artikels zurückzuverfolgen.

  6.  Besonderheiten bei Followups

  6.1.  Die Anpassung des Subjects

  Es kommt häufig vor, dass im Verlauf eines Threads (siehe 8.2) das
  Thema vom ursprünglichen Thema wegwandert.  Es ist dann angebracht,
  das Subject anzupassen. Angenommen, jemand postet unter dem Subject

       Hoelzchen

  Die Followups haben dann nach RFC-1036 (vgl. 8.1) das Subject

       Re: Hoelzchen

  (Das "re" ist aus dem Stil amerikanischer Geschäftsbriefe übernommen
  und steht für "regarding" (etwa: "bezüglich").)

  Kommt nun jemand im Laufe der Diskussion (sprichwörtlich :-) von
  Hölzchen auf Stöckchen, so sollte sein Artikel das Subject

       Stoeckchen (was: Hoelzchen)

  tragen. Man beachte: Das "Re: " vor dem alten Subject (sofern
  vorhanden) wird entfernt, der Rest mit " (was: " und ")" umgeben und
  hinter das neue Subject gesetzt.

  Bei Antworten auf diese Nachricht mit dem Betreff

       Stoeckchen (was: Hoelzchen)

  entfällt dann der Hinweis auf den Originalbetreff und es entsteht

       Re: Stoeckchen

  6.2.  Zitieren, aber richtig

  Es ist üblich, den Artikel, auf den man in einer Antwort inhaltlich
  Bezug nimmt, zu zitieren.

  Das Zitat (Fachbegriff: Quotation, Verb: quoten) versieht der
  Newsreader normalerweise automatisch mit einer Zitatkennzeichnung
  (üblicherweise "> " am Beginn jeder Zeile) und einer Einleitung ("John
  Doe (John.Doe@domain.example) schrieb:"). Achte darauf, dass Deine
  Einleitung nicht unnötig lang ist. Auch ein lustiger Spruch in der
  Einleitung ist nicht so gut, denn früher oder später kennen ihn alle
  anderen, und dann ist er nur noch langweilig.

  Ein häufig gemachter Anfängerfehler ist es, den gesamten Artikel,
  auf den man sich bezieht, unten an den eigenen Text anzuhängen.
  Diese Angewohnheit wird auch als TOFU bezeichnet ("Text oben,
  Fullquote unten") und wird sehr ungern gesehen. Stattdessen solltest
  Du Deine Antwort unter den Absatz schreiben, auf den Du Dich
  beziehst.

  Vorsicht Falle! Beim folgendem Zitat:

       Jim Knopf schrieb:

       > > Lukas ist doof!
       Frechheit!

  sieht es so aus, als stamme die zitierte Beleidigung von Jim. Jedoch
  stehen *zwei* Zitatkennzeichnungen davor, folglich hat auch Jim dies
  wahrscheinlich nur zitiert. Man vermeide solche Missverständnisse,
  sowohl durch vorsichtiges Lesen als auch durch bedachtes Zitieren.

  Viele Newsreader können die verschiedenen Zitatebenen farblich
  kennzeichnen, so daß man auf den ersten Blick erkennt, wer welchen
  Text geschrieben hat.

  Allgemein gibt es beim Zitieren zwei Dinge zu beachten:

  ·  Nicht zu viel:

     Um nicht unnötig lange Artikel zu erzeugen, soll man nur die
     Passagen zitieren, auf die man auch wirklich eingeht. Passagen aus
     noch älteren Artikeln, auf die der gerade beantwortete Artikel
     eingeht, soll man nur nochmal zitieren, wenn man selbst erneut auf
     sie eingeht.

     Längere Passagen, von denen der exakte Wortlaut nicht interessiert,
     kann man auch durch ein Stichwort in eckigen Klammern
     zusammenfassen und dann nicht zitieren.

     Das Zitieren soll ja auch nur eine Gedächtnisstütze für den Leser
     sein, keine komplette Reproduktion des beantworteten Artikels.

  ·  Nicht zu wenig:

     Durch geschicktes Auslassen von Textteilen kann man ein "Zitat" so
     konstruieren, dass es gar nicht mehr die Meinung des Zitierten
     wiedergibt.  Dieser Trick wird schnell durchschaut und zeugt nicht
     gerade von Fairness.


  6.3.  Antworten per E-Mail

  Auch für Antworten auf Newsartikel gilt die Frage: Gehört das in die
  News? Viele Rückfragen oder Hinweise betreffen nur den Autor und
  sollten zur Entlastung des Netzes als Reply, nicht als Followup (vgl.
  2.3) versandt werden.

  Dies gilt insbesondere, wenn der Autor um private Antworten bittet, um
  die in 6.4 beschriebene Methode anzuwenden.

  Versende jedoch keine Antwort sowohl per E-Mail als auch in den News.
  Die meisten Leute lesen die Newsgruppen, in denen sie posten, ohnehin.
  Also würden die Übertragungskosten für Deine Antwort bei ihnen zweimal
  anfallen. Außerdem ist E-Mail oft schneller, und dann fallen sie aus
  allen Wolken, wenn sie eine schon erledigt geglaubte Sache in den News
  nochmal finden. (Es soll allerdings auch schon vorgekommen sein, dass
  die News schneller waren.)

  Falls es ausnahmsweise besonders wichtig sein sollte, dass ein
  Followup ankommt, versende die E-Mail mit einem *Hinweis* auf Deinen
  Artikel, oder setze vor den gemailten Artikel eine Warnung "Gepostet
  und gemailt".

  6.4.  Die Methode der Zusammenfassung

  Alternativ zur Beantwortung einer Frage in den News kann ein Fragender
  um Antworten per E-Mail bitten, kombiniert mit dem Versprechen, eine
  Zusammenfassung zu posten. Nur Antworten per E-Mail zu verlangen, ohne
  der Allgemeinheit im Gegenzug eine Zusammenfassung anzubieten, ist
  unverschämt.

  Achte beim Zusammenfassen darauf, dass Du wirklich inhaltlich
  zusammenfasst!  Einfach nur alle Antworten zitieren ist
  unübersichtlich und verschwendet Netzkapazität.

  6.5.  Keep cool

  Schreibe kein Followup auf einen absichtlich provokanten Artikel, nur
  um Deinem Ärger über ihn Ausdruck zu verleihen. Auf diese Weise können
  endlose Streitereien entstehen, die nur noch mehr sinnlose Artikel
  hervorbringen. Vermutlich war das sogar die Absicht des Provokateurs.
  Ignoriere den Artikel lieber; über unflätigem Verbalgerülpse stehst Du
  weit genug drüber, um es unkommentiert zu lassen.

  Wenn Du den Absender trotzdem unbedingt beschimpfen willst, tue es per
  E-Mail.  Willst Du dich über ihn beschweren, wende dich an seinen
  Sysop oder Postmaster (vgl. 8.2). (Aber Vorsicht: *Die* sind natürlich
  nicht zu beschimpfen!)

  In gleicher Weise gehört eine Diskussion, die in persönliches
  Beleidigen ausgeartet ist, nicht in die News.

  7.  Unerwünschtes

  7.1.  Kommerzielles

  Wie in Kapitel 2 beschrieben, fallen die allermeisten Kosten für die
  Uuml;bertragung eines Artikels nicht bei Dir, sondern netzwerteilt an.
  Daher ist es nicht akzeptabel, wenn Einzelne zum Zwecke persönlichen
  Profits dieses Medium für Werbung und Angebote nutzen. Ebenso ist
  unverlangte Werbung per E-Mail nicht hinnehmbar, weil hier auch dem
  Empfänger Kosten anfallen, die er gar nicht will.

  Was allenfalls akzeptiert werden kann, sind private "Kleinanzeigen",
  aber die nur in dafür vorgesehenen Newsgroups. Da es davon in schule.*
  aber derzeit keine gibt... -- no chance.

  Bleiben die thematisch passenden, nichtkommerziellen Angebote in
  Diskussionsgruppen. Wenn eine Schule umständehalber ein altes
  Laborgerät zum Restwert abzugeben hat oder eine Schülerorganisation
  ein Buch für Schülerzeitungsredakteure zum Selbstkostenpreis
  vertreibt, so wird dies in der thematisch passenden Newsgroup wohl
  niemand stören.

  7.2.  Große Artikel in Diskussionsgroups

  Diskussionsnewsgroups sind, wie der Name sagt, zum Diskutieren da,
  nicht zum Verbreiten von Daten. Wer also interessantes, aber
  voluminöses Material zu einer Diskussion anzubieten hat, soll es nicht
  posten, sondern nur einen Artikel mit einem Hinweis darauf, wie man an
  es herankommt (E-Mail-Server, FTP, WWW, ...). Dies gilt insbesondere
  für Dokumente, die nicht reiner ASCII-Text sind. Grafikdateien und
  Texte in einem speziellen Format kann ohnehin nur gebrauchen, wer die
  entsprechende Software hat; in gleicher Weise sind Programme nur mit
  dem passenden Prozessor und Betriebssystem nutzbar. Dateianhänge
  sind daher zu vermeiden.

  Man sollte gerade auch, wenn man selbst einen schnellen Netzzugang
  hat, aufpassen, dass man nicht aus Versehen Unmengen an Daten ins
  Netz pustet. Wie gesagt, das Problem sind nicht die eigenen
  Telefonkosten, sondern die tausendfach anfallenden Kosten anderer.

  7.3.  HTML in Postings

  Für HTML-Postings gilt das gleiche wie für Dateianhänge. HTML in
  Postings ist nicht nur überflüssig und bläht die Größe der Artikel
  unnötig auf; viele Newsreader können damit auch nicht umgehen, die
  Nutzer bekommen Zeichensalat angezeigt.

  7.4.  Überlange Signaturen

  Eine Signatur, also ein kurzer Abspann am Ende einer Nachricht mit
  Name, Telefonnummer, etc., wird mit "-- " (Strich, Strich,
  Leerzeichen, neue Zeile) vom eigentlichen Inhalt des Artikels
  abgetrennt. Die meisten Newsreader zitieren sie dann beim Antworten
  nicht mit, und sie wird anders als der Rest des Artikels
  dargestellt.

  Eine Signatur soll maximal vier Zeilen (zu je 80 Zeichen) lang sein.
  Dies ist ein allgemein in den Netzen, die Signaturen überhaupt
  erlauben, akzeptiertes Limit.

  Das, womit man Signaturen weiter aufblähen kann (ASCII-Grafiken,
  Sprüche, soundsoviel E-Mail-Adressen), interessiert nach dem zweiten
  oder dritten Artikel eh' niemanden mehr und verschwendet nur
  Netzkapazität und anderer Leute Geld.

  Bevor Du Deine Postadresse oder Telefonnummer in Deine Signatur
  schreibst, wäge ab, inwieweit jemand damit Missbrauch betreiben
  könnte, und ob überhaupt jemand, der Dir auch eine E-Mail schreiben
  kann, Dir einen Brief per Post schicken will.

  7.5.  Zitate aus E-Mail

  E-Mail soll ohne Erlaubnis des Autors nicht in den News zitiert
  werden. Der Autor hätte die enthaltenen Informationen schon selbst
  gepostet, wenn er wollte, hat aber vielleicht gute Gründe, warum er
  sie nur Dir persönlich zugänglich machen will.

  Außerdem kann man bei E-Mail kaum feststellen, ob sinnverfälschend
  "zitiert" wurde.

  7.6.  Spam und Kettenbriefe

  In gewissen asozialen Kreisen hat es sich eingebürgert, Werbung
  gleichzeitig in hunderte oder tausende Newsgroups völlig ohne
  Beachtung ihrer Herkunft, ihrer Sprache oder ihres Themas cross- oder
  multizuposten (siehe 4.2). Diese "Spamming" genannte Methode ist im
  gesamten Usenet geächtet. Der Vollständigkeit halber wird an dieser
  Stelle auch für schule.* festgestellt: Spam ist absolut unerwünscht!

  Eine besondere Form des Spams sind die sogenannten "Make Money
  Fast"-Kettenbriefe oder vergleichbare Schneeballsysteme: Die Leser
  werden aufgefordert, der ersten Person in einer beigefügten Liste
  einen gewissen Geldbetrag zu senden, diese Person zu entfernen, sich
  selbst ans Ende der n Einträge langen Liste zu setzen und den Text k
  weiteren Personen zu schicken, auf dass sie dann, wenn sie selbst auf
  Platz 1 der Liste vorgerückt sind, k hoch n mal diesen Geldbetrag
  bekommen. Das funktioniert nicht, ist rechtlich zumindest sehr
  fragwürdig und (sofern es in den News geschieht) schlimmster
  Netzmissbrauch, weil die Anzahl der Newsartikel offensichtlich genau
  wie die versprochenen Geldbeträge exponential wachsen. Kettenbriefe
  haben in schule.* nichts zu suchen.

  Wer Spam findet, sollte analog zu 6.5 nicht wild herumschimpfen: Der
  Autor wird es ohnehin nicht lesen; den Rest der Leser wird es
  bestenfalls langweilen. Spam ist ein globales Problem, das innerhalb
  von schule.* nicht zu lösen ist. Gegenmaßnahmen und Berichte über
  Fälle von Spam werden in de.admin.net-abuse.* und news.admin.net-
  abuse.* abgehandelt. Natürlich kann auch in schule.admin darüber
  diskutiert werden, insbesondere, wenn hauptsächlich die Hierarchie
  schule.* betroffen ist.

  7.7. Spam löschen - Fremdcancel

  Vielleicht fällt Dir nach Lesen des letzten Abschnitt wieder der
  Begriff Cancel ein - warum kann man Spam-Postings nicht einfach auf
  diese Weise wegräumen?
  Nun, man kann. Weil das Canceln fremder Postings jedoch im Usenet
  ein schwerer Angriff auf deren Urheber ist, haben sich gewisse
  Regeln entwickelt.
  Im Fall von Spam werden Fremdcancel ausnahmsweise toleriert, wenn
  der sogenannte "BI" oder "Breidbart-Index"
  
      

  eines Postings, das mindestens auch in einer schule.*-Newsgroup
  veröffentlicht wird, innerhalb von 14 Tagen den Wert 3
  überschreitet. Das ist z.B. bei einem Multiposting (s. 4.2.) eines
  Artikels über mehr als drei Newsgroups oder einem Crossposting über
  mehr als neun Newsgroups der Fall. In anderen Newsgroup-Hierarchien
  liegt die Schwelle oft höher.
  Fremdcancel werden auch toleriert, wenn ein Nutzer trotz Ermahnung
  per E-Mail weiterhin ohne Followup-To hierarchieübergreifend oder in
  mehr als zwei Newsgroups der schule.*-Hierarchie crossposted.
  Auch ungültige E-Mail-Adressen können zu Cancels führen.
  Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob ein Artikel die Voraussetzungen
  für einen Fremdcancel erfüllt, laß es sein!

  7.8. Falsche E-Mail-Adressen

  Der From-Header muß eine gültige Adresse enthalten, unter der der
  Autor des Artikels erreichbar ist. Alternativ ist es gestattet (aus
  Gründen des Spamschutzes) im From eine selten oder nie gelesene (aber
  gültige) Adresse zu verwenden, wenn der Absender unter der Adresse
  erreichbar ist, die er im Reply-To-Header angibt (dieser Header wird
  aus technischen Gründen nur selten von Spammern ausgewertet).

  Mit Verfälschungen Deiner Mailadresse, wie z.B. dem Einfügen
  zusätzlicher Buchstaben, die der Antwortende dann wieder entfernen
  muß, löst Du das Problem nicht, sondern verlagerst es nur.
  Nähere Informationen zum Thema "falsche E-Mail-Adressen" findest Du
  hier:

       


  8.  Anhang

  8.1.  Weitere Informationsquellen

  Für de.* gibt es gleich einen ganzen Satz von Einführungstexten wie
  diesen hier. Sie werden unter den genannten Betreffs regelmäßig
  wöchentlich in der Newsgroup de.newusers.infos gepostet.
  de.newusers.infos sollte auf jeder mittleren bis großen Usenet-Site
  verfügbar sein, und die Artikel darin sollten lange genug aufbewahrt
  werden. Frage Deinen Systemadministrator danach. Falls Du
  Systemadministrator bist, frage den Sysadmin deines Feeds.

  Alternativ können diese Artikel per FTP von

       ,

  geholt werden.

  Diese Texte sind auch für Leute interessant, die nur schule.* lesen,
  weil sie technische und netzkulturelle Hintergründe vermitteln, die
  auch in schule.* relevant sind.

       From: amk@krell.snafu.de (Andreas M. Kirchwitz)
       Subject: <1997-11-30> Einleitung zu de.newusers.infos

       From: amk@krell.snafu.de (Andreas M. Kirchwitz)
       Subject: <1997-07-05> Netiquette fuer "de.*"

       From: Christof Awater 
       Subject: <1997-12-13> Fragen und Antworten: de.newusers.questions

       From: partl@hp01.boku.ac.at (Hubert Partl)
       Subject: <1997-07-04> Erste Schritte im Usenet

       From: partl@hp01.boku.ac.at (Hubert Partl)
       Subject: <1997-09-20> Erst lesen, dann schreiben

       From: amk@krell.snafu.de (Andreas M. Kirchwitz)
       Subject: <1997-12-18> Einfuehrung in das Usenet

       From: kopp@naranek.camelot.de (Wolfgang Kopp)
       Subject: <1997-12-30> Die Newsgruppen der de-Hierarchie

       From: kopp@naranek.camelot.de (Wolfgang Kopp)
       Subject: <1998-01-03> Die Newsgruppen der de.alt-Hierarchie

       From: amk@krell.snafu.de (Andreas M. Kirchwitz)
       Subject: <1997-08-20> Glossar

       From: bjoern@baer.mayn.de (Björn Schotte)
       Subject: <1997-10-15> Headerzeilen

       From: udo@watzman.quest.sub.org (Udo Klimaschewski)
       Subject: <1995-09-15> Emily Postnews beantwortet Fragen zum USENET

       From: ram@ramsys.uucp (Reimer A. Mellin)
       Subject: <1993-11-04> Flame-Anleitung

       From: Joachim Astel 
       Subject: <1996-02-06> Einrichtung von Usenet-Gruppen in "de.*"

  Für die internationale Newsgroup news.announce.newusers gilt
  Entsprechendes wie für de.newusers.infos. Auf eine genaue
  Inhaltsangabe wird hier aus Platzgründen verzichtet.

  Weiterhin interessant ist:

       From: kosta@live.robin.de (Kosta Kostis)
       Newsgroups: de.comp.standards,de.answers,news.answers
       Subject: Umlaute im deutschsprachigen Usenet FAQ

  Die grundlegenden technischen Standards für den Transport von News und
  E-Mail sind in den folgenden RFCs (vgl. 8.2) nachzulesen:

       RFC-1036: M. Horton, R. Adams:
       "Standard for interchange of USENET messages",
       12/01/1987. (Pages=19)

       RFC-0977: B. Kantor, P. Lapsley:
       "Network News Transfer Protocol:
        A Proposed Standard for the Stream-Based Transmission of News",
       02/01/1986. (Pages=27)

       RFC-0822: D. Crocker:
       "Standard for the format of ARPA Internet text messages",
       08/13/1982. (Pages=47)

       RFC-0821 J. Postel:
       "Simple Mail Transfer Protocol",
       08/01/1982. (Pages=58)

       RFC-0976: M. Horton:
       "UUCP mail interchange format standard",
       02/01/1986. (Pages=12)

  RFCs gibt es von jedem gut sortierten FTP-Server, z.B.

       

  oder

       

  Viel über Usenet-Kultur und -Slang lernt man vom Jargon File, zu
  beziehen in der jeweils aktuellen Version Vx.y.z von

       

  oder
  
       

  Derzeit aktuell ist V4.4.6.

  Die Version V3.0.0 des Jargon Files ist auch als Buch (Paperback) zu
  haben:

       Eric Raymond (ed.): "The New Hacker's Dictionary", 2nd Edition MIT
       Press, Cambridge/Mass.; ISBN 0-262-18154-1

  8.2.  Glossar

  Eine allgemeine Einführung in den Slang des Netzes würde an dieser
  Stelle zu weit führen. Es werden nur solche Begriffe erläutert, die im
  Rest des Textes auftauchen.

     Artikel:
        siehe 2.3

     Body:
        Ausschließlich für den Benutzer bestimmter Teil einer Nachricht.
        Siehe auch 2.1, vorletzter Absatz.

     Cancel:
        siehe 3.6
     
     Crossposting:
        siehe 4.2

     E-Mail:
        siehe 2.3

     FAQ:
        Frequently Asked Questions: Eine Liste von Fragen (und Standard-
        Antworten auf sie), die in einer Newsgroup so häufig gestellt
        werden, dass man sie in Form eines regelmäßig geposteten
        Artikels im Vorhinein beantwortet, damit sie nicht zum
        soundsovielten Mal gestellt werden.

     Feed:
        Rechner im Netz, der einen anderen, weniger zentral gelegenen
        Rechner mit News (und ggf. auch E-Mail versorgt).

     FIDO:
        1984 von Tom Jennings gegründetes Mailboxnetz, benannt nach
        seinem Hund. Auch informelle Bezeichnung für FTS, den Fidonet
        Transport Standard, das Nachrichtenformat des FIDO.

     Followup:
        siehe 2.3

     FTP:
        File Transfer Protocol: Eine Methode, eine Datei von einem
        Computer im Internet, der Dateien allgemein anbietet (sog. FTP-
        Server), auf den eigenen Computer zu übermitteln.

     Gruppe:
        siehe 2.3

     Header:
        Zur Auswertung durch den Computer bestimmter Teil einer
        Nachricht bzw. eine einzelne Zeile im Header. Siehe auch 2.1,
        vorletzter Absatz.

     Internet:
        Weltweites paketvermitteltes Datennetz auf Basis von IP, dem
        Internet Protocol. Das Internet ist eines von vielen
        Transportmedien für Usenet: Nicht jeder im Usenet ist im
        Internet, und nicht jeder im Internet ist im Usenet.

     Mail:
        siehe 2.3

     Multiposting:
        siehe 4.2

     News:
        siehe 2.3

     Newsgroup-Hierarchien:
        siehe 2.3

     Newsgroup:
        siehe 2.3

     Newsreader:
        Ein Stück Software: Das Programm, mit dem man News liest.

     ODS:
        Offenes Deutsches Schul-Netz: Ein von der GUUG (German Unix User
        Group) initiiertes Vernetzungsprojekt für Schulen in ganz
        Deutschland auf der Basis von UUCP und TCP/IP; Betreiber von
        *.schule.de und Initiator von schule.*.

     PM:
        siehe 2.3

     Posting:
        siehe 2.3

     Postmaster:
        In der Use-/Internet-Welt Verwalter des E-Mail-Systems eines
        Rechners. Der Postmaster des Rechners foo.bar.schule.de ist
        erreichbar als postmaster@foo.bar.schule.de.

     Reply:
        siehe 2.3

     RFC:
        Request For Comments: Technische Standards, Hinweise und
        Informationstexte zum Internet und seinen Diensten. RFCs werden
        einfach in der Reihenfolge ihrer Verabschiedung durchnumeriert,
        neue Versionen früherer RFCs erhalten auch eine neue Nummer.

     Signature:
        siehe 7.4

     Smiley:
        siehe 3.4

     Spam:
        Exzessives missbräuchliches Cross- und Multiposting.

     Subject:
        Betreff

     SYSOP:
        SYStem OPerator, Verwalter einer Mailbox,
        Mailboxszenenäquivalent zum Postmaster. Der SYSOP von
        QUUX.sub.org ist erreichbar als SYSOP@QUUX.sub.org. Vorsicht: In
        Use-/Internetkreisen gilt "SYSOP" wegen der angeblich
        grundsätzlich inkompetenten Mailboxbetreiber als Beleidigung.
        Man verwende "Postmaster" oder allgemein "Admin" (für
        Administrator).

     Thread:
        Die Menge derjenigen Newsartikeln, die gebildet ist aus einem
        Artikel und allen Kommentaren auf ihn oder einen anderen Artikel
        des Threads.

     URL:
        (gesprochen (englisch) "juh-ar-äll", "öhrl" oder (deutsch) "uh-
        er-ell", "urrel"): Uniform Resource Locator, einheitliche
        Schreibweise für per Netz verfügbare Dokumente, die vor allem im
        WWW verwendet wird. Eine URL hat die allgemeine Form

          protokoll://server.do.main/do/ku/ment
          ^^^^^^^^^   ^^^^^^^^^^^^^^ ^^^^^^^^^^
          |           |              -- genauer Fundort auf dem Server
          |           -- Name des Rechners, der den Dienst anbietet
          +- Verwendetes Protokoll, beispielsweise HTTP, FTP, telnet...

     Usenet:
        Im engeren Sinne die Gesamtheit aller Computer, die die News-
        Hierarchien comp.*, humanities.*, misc.*, news.*, rec.*, sci.*,
        soc.* und rec.* ganz oder teilweise im RFC-1036-Format
        transportieren. Im weiteren Sinne die Gesamtheit aller Computer,
        die News transportieren.

     uudecode, uuencode:
        Programme, um Binärdateien in Textdateien zu wandeln und wieder
        zurückzuwandeln. Das Uuencoden von Binärdateien ist vor dem
        Transport per News oder E-Mail nötig, weil News- und E-Mail-
        Nachrichten nur druckbare Zeichen und begrenzt lange Zeilen
        enthalten dürfen.

     WWW:
        World Wide Web: Multimediales, netzverteiltes Hypertextsystem,
        das auch andere Internet-Dienste integriert, oft als "Internet
        zum Anklicken" gelobt oder geschmäht.

  8.3.  Danksagungen

  Ich möchte mich bei

       Christian Kaiser ,
       Ulrich Dessauer ,
       Patrick Guelat ,
       Joachim Astel ,
       Brad Templeton ,
       Gene Spafford ,
       Ralph Sontag ,
       Dirk Nimmich ,
       Philipp Flesch 

  und allen anderen, die auf verschiedenste Weisen maßgeblich an der
  Urfassung dieses Texts mitgewirkt haben, bedanken.

  Arno Eigenwillig 

  An den Überarbeitungen des Texts haben mitgewirkt:

       Dirk Nimmich ,
       Sebastian Bork ,
       Marcel Noe ,
       Felix Schueller ,
       Christoph Sorge