Newsgroups: de.admin.news.announce,de.admin.news.misc
From: uwe.tetzlaff@dana.de (Uwe Tetzlaff)
Subject: [ADMIN] RfD zur Änderung der Kirchwitz-Netiquette abgelehnt
Followup-To: de.admin.news.misc
Reply-To: moderator@dana.de
Organization: Moderation von de.admin.news.announce
Approved: moderator@dana.de
Date: Thu, 28 Feb 2002 21:47:44 +0100
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Lines: 69


Der dana-Moderation wurde von Günther Merkens 
 ein RfD zur Veröffentlichung 
vorgelegt, in dem er im wesentlichen die Streichung einer 
von ihm als Realnamensgebot bezeichnete Passage der in 
de.newusers.infos geposteten Kirchwitz-Netiquette anregt.

Wir haben beschlossen, diesen RfD zurückzuweisen.

Wir sind der Ansicht, daß es sich bei der in dni veröffentlichten
Kirchwitz-Netiquette um einen privaten Text handelt. Es handelt sich um
eine empfehlende Beschreibung von bestimmten Verhaltensweisen, 
die nach Beobachtung des Autors/Maintainers im de.*-Usenet erwünscht 
und sinnvoll sind. Darin unterscheidet sie sich sich nicht von den
anderen in de.newusers.infos veröffentlichten Texten.

Auf derartige Texte kann unseres Erachtens nicht durch ein RfD/CfV-
Verfahren eingewirkt werden. Durch die Veröffentlichung eines 
Textes in de.newusers.infos stellt der Autor/Maintainer eines 
solchen Beitrages seine dort geäußerten Ansichten nämlich nicht 
zur Disposition von Mehrheitsbeschlüssen. 

Statt dessen ist eine Änderung nur dadurch möglich, daß man den 
Maintainer davon überzeugt, daß sie sinnvoll und notwendig ist. Zu 
dieser Überzeugung kann auch eine Abstimmung über die geplanten 
Änderungen in Form eines Strawpolls in den thematisch geeigneten
Gruppen sinnvoll sein.

Dabei handelt es sich dann aber um eine Privatangelegenheit desjenigen,
der die Änderungen erreichen will. Wir halten uns insofern für nicht
zuständig, weshalb ein derartiger Strawpoll ebenfalls nicht nach
de.admin.news.announce gepostet werden würde.

Gegen diese Einschätzung spricht auch nicht das Verfahren aus dem Jahr 
1997, in dem die Kirchwitz-Netiquette Gegenstand war. Dort wurde nämlich nicht 
über die Kirchwitz-Netiquette als solche abgestimmt. Vielmehr wurde darin vom 
dni-Moderator die Akzeptanz für einen Austausch einer älteren Version
der Kirchwitz-Netiquette durch eine überarbeitete, neue Fassung abgefragt. Der
CfV erbrachte als Ergebnis die _Empfehlung_ an den Moderator von
de.newusers.infos, den Austausch durchzuführen.

Um aber einzelne Textpassagen in diesem Text ändern zu lassen, halten
wir ein RfD/CfV also für deplaziert. Allenfalls könnte dadurch die
genannte Empfehlung von 1997 rückgängig gemacht werden.

Von diesem einen Fall abgesehen, halten wir aber auch Verfahren mit
einer Zielrichtung wie jener aus dem Jahr 1997 für unzulässig.
Denn es greift in die Kernaufgabe einer Gruppenmoderation im Usenet
ein: Die Auswahl von für die Gruppe geeigneten Texten. Darin 
unterliegt der Moderator keinen Weisungen von außen. Wenn es hier 
zu unüberbrückbaren Differenzen kommt, ist die Änderung der Gruppen-
Charta oder die Abwahl der betreffenden Moderation, soweit sie 
möglich ist, das passende Vorgehen. 

Wenn der Moderator selbst ein Meinungsbild einholen will, benötigt er
dafür nicht de.admin.news.announce, sondern kann ebenfalls einen
Strawpoll abhalten.


Zum Schluß weisen wir darauf hin, daß die grundsätzliche Möglichkeit, 
auch allgemeine Meinungsäußerungen der Netzgemeinde über ein RfD/CfV-
Verfahren oder einen Strawpoll in dana ablaufen zu lassen, von obigen
Ausführungen unberührt bleibt. 


Die Entscheidung fiel einstimmig.


-ut
Sprecher dana-Moderation